Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829416-2829419-2866355--13973-2866393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
religiöser Verbote nach dem Talmud, 77 mit R. Jehuda's Meinung nicht im Widerspruche zu stehen, eben so wenig als die Mischna Sabbat 22 שוכר אדכס חבית die Meinung R. Jehuda's ausschließt. Tritt hier ein Erfolg ein, so ist es wider Wissen und Willen und ist מתעסק. So wird auch Jerusch. Berachot 2, H. 6, מיפס מורסא mit letzter Mischna verglichen, ist also auch nach R. Jehuda gestattet. * *) R. Jehuda kann auch zugesteheir, daß es einzelne Handlungen giebt, die erst durch den Zweck מלאכה werden. So ist beispielsweise צירה שלא לצורך nicht צירה. Jeruschalmi erwähnt auch Nichts davon, daß diese Mischna nur nach R. Simon zu erklären ist. 2) Zu diesem Schlüsse führt auch die Erwägung, daß der Redacteur der Mischna die Meinung N. Jehuda's als normirend angenonimen hat, (vgl. Sabbat 2, 5, 10, 5, 16, 1 Jerusch, das. Maggid Mischna zu Maimon. 24, I), mit welcher die Mischna 107 nicht im Widerspräche stehen kann. Diese Auffassung, wie sie aus Mischna und Jeruschalmi hervorgeht, ist eine logische und widerspruchslos. — Ein anderes Ergebniß zeigt sich in Babli. 8. Spätere Auffassung der babylonischen Amoras. s) Wenn wir uns bis jetzt auf einem logischen Grund bewegten, so ist es jetzt ein anderer Boden, auf den wir gelangen. ') Maimonides, der Jehuda's Meinung zur Norm nimmt, erlaubt auch .מפיס מורסא *) Vgl. auch Tosafot. Sabbat 107. 3) Da die Behauptung, daß weder die Mischna noch der Jeruschalmi die Controverse von דכר שאינו מתכון מותר kennen, ohne Zweifel auf Widerspruch stoßen wird, besonders was den Jeruschalmi betrifft, sehe ich mich genöthigt, diesen Punkt hier ausführlicher zu besprechen, wodurch Hoffentlich jeder Zweifel schwinden wird. Daß aus keiner der in Babli angegebenen Mischnas dies folgt, habe ich angegeben. Die Hauptstelle, aus welcher diese׳ Controverse hervorgehen soll, ist die Boraita נורר ארס מטה. Lassen wir vorläufig die Erklärung derselben dahingestellt, so sagt die Mischna (Beza 23d) aus, daß נרירה אטור (vergl. auch Mischna das. 23 a und 22 d die Erzählung deS ר״א׳יב״ץ. R. Jochanan wird gewiß diese Mischna zur Halacha erhoben haben (nicht wie Babli aus Nasir folgern will, er habe angenommen ר״ש״א״ם מוהר). Untersuchen wir aber, ob