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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 2 · p. Seite 71

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 2
Article
Der Prophet Jeremia in Rama
Date
1872-01-01
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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Der Prophet Jerenna in Rama. 71 und ihren Gedanken einen hohen Flug zu geben, hat Jeremia ohne Zweifel diese Prophezeiung gesprochen, deren Mittelpunkt Rama bildet. Der Prophet, wurde allein von dem chaldäischen Feldherrn! mit Auszeichnung behandelt und ihm wurde freigestellt, auszuwandern oder zu bleiben. — Sollen wir über seine Stimmung in dieser Zeit gar keine Andeutung besitzen? Zwei Verse offenbaren uns diese seine Stimmung mit deutlichen Worten, und geben uns einen Beleg mehr für den Aufenthalt des Propheten in Raum. In Cap. 15 kominen zwei wmcderlich klingende Verse vor, welche bisher allen Auslegern getrotzt haben. Uebersetzen wir sie wörtlich, so werden sie uns abermals die Situation von Rama zeigen. Der Herr sprach: ״Wahrlich ich habe dich zum W o h l e überdauern l a s s e n, J) habe für di ch zur Zeit des Unglück s und zur Zeit der Drangsale den Feind gewönnen"(15, l 1). ״Wenn du z nr ück k e h r en w i r st, s o w erd e i ch dich ein fegen,2) du wirst mir dienen, und wenn du Edles aus Gemeinem ziehen wirst, so wirst du wie mein Mund sein. Sie werden zu dir zurückkehren, du aber nicht zu ihnen" (15, 10—10). Was soll das bedeuten: ich habe den F eiu d für dich gewonnen, ihn milde für dich gestimmt? Der Feind ohne weitere Bezeichnung kann kein anderer sein, als Nebuchadnezar oder sein Feldherr Nebusaradan. Es ist eine Antwort auf Jeremia's Klage, daß ihn alle Welt verwünsche, daß er einer traurigen Zukunft entgegen gehe. Darauf sprach Gott zu ihm: ich habe dir bereits Zeichen gegeben, die dich zur Hoffnung auf bessere Zeiten berechtigen. Ich habe dich bei der Kriegsfurie ') Das Verbum שרותך ist unlösbar, auch noch nach dem Keri שריתך. Es ist dem Zusammenhänge nach wohl als שאךתיף Piel =השארתיך ־ anzusehen, wie es Menehein ben Saruk erklärt hat. Ewald's Etymologie von ״ שרstärken" ist lächerlich. חמניע bedeutet für Jemanden eine Bitte einlegen, vermitteln. Vergl. Jes. 53, 12; Hiob 36, 33. Hier ist der Sinn offenbar, ich habe für dich bei dem Feinde vermittelt, daß er dich freilassen soll. Auch Raschi bezieht mit richtigem Takte diesen Vers auf Nebusaradan: .דבר אחר: נבוזראדן יבקש מאתך אם טוב בעיניך לבא אתי בכל ואשיבך (* geben LXX wieder umxaraaryctw de — ואושיבך, So ist der Parallelismns hergestellt.

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