Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Söhne des Tobias, die Hellenisten und der Spruchdichter Sirach
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Söhne des Tobias, die Hellenisten und der Spruchdichtcr Sirach. 53 auf den Schein geben mußte. Seine Helfershelfer werden schwerlieh skrupulöser als er gewesen sein. 4) Der Neichthum und die Emporkömmlingsschaft auf der einen Seite und das verführerische Beispiel der Ueppigkeit, des Luxus und der Unsittlichkeit des Hofes und der vornehmen Griechen auf der andern wirkten ohne Zweifel demoralisirend auf die vornehmen >md reichen Judäer. Sie machten die Modelasier heimisch und streiften die judäische Einfachheit uitb Züchtigkeit ab. Das eine Beispiel, daß sich Joseph in eine griechische Tänzerin verliebte, die er bei Hofe tanzen gesehen/) ist belehrend genug für die Wirkung, welcher der Contakt mit den Griechen und ihren: Wesen hervorgebracht hat. 5) Aber nicht blos die griechischen Laster, sondern auch die höhere griechische Cultur fand durch diese!: Contakt mit der griechischen Welt Eingang in Judäa. Das judäische Volk hat von jeher eine starke Empfänglichkeit für fremde Culturforineu gezeigt und hat sie sich zu eigen gemacht, es mag ihm das als Fehler oder Vorzug angerechnet werden. Daß griechische Musik in Indäa, mindestens in Jerusalem heimisch geworden war, zeigt uns das Buch Daniel, welches niufikalische Instrumente mit ihrer griechischen Benennung anführt: die Cyther (קיחרום — xiMqac), Psalter (פסנטרין ,פשנתרין — ■ipalvrjQtov), Symphonie (סומפניה avfupmvCn), Musik kam bei jeder griechischen Mahlzeit vor, au welcher Mehrere zusammenspeisten, und auch bei sonstigen feierlichei: Gelegenheiten. Auch diese Sitte war in Judäa eingebürgert. 2) Da die griechische Cultur nüt der hellenischen Literatur eng verwebt mar, so ist die Kenntniß derselben bei den vornehmen Judäern, welche mit den: alexandriuischen Hofe verkehrten, ohne Weiteres vorauszusetzen, selbst wenn der von mir geführte Beweis, daß der Dichter des Hohenliedes die griechisch- ') Das. a) Sirach 10, l . . . ״je uuvacxd s >7> ׳׳ r 1t tc o 7׳ (■ «j 01 vo v Vrgl. das. 35, 1 Kid fiij <1;?׳noU<U]c ,ito vaixä.