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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 2 · p. Seite 52

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 2
Article
Die Söhne des Tobias, die Hellenisten und der Spruchdichter Sirach
Date
1872-01-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 Die Söhne des Tobias, die Hellenisten und der Sprnchdichter Sirach. einbrachte, kamen öebeutenbe ©ummeit ins Land. Joseph, die judäischen Unterpächter und das gairze Personal, das er dazu verwandte, bereicherten sich. Es entstanden daher in Judäa Capitalisteil. Dieser Umstand allein giebt nits schon «inen Begriff von der innern Uinwandelung. Früher waren die Jndüer fast durchweg nur Ackerbauern, Viehzüchter im Kleinen und kleine Handwerker; durch die Reichthümer entstand eine G e l d a r i st okratie. 2) Joseph brauchte, nur die Steuern von den einzelnen Städten zu erheben und die Widecivilligen zur Leistung zu zw ingen, militärische Hilfe. Zu diesem Zwecke hatte ihm der König Euergetes 2000 Soldaten zur Verfügung gestellt, wodurch er die heidnischen Nachbareir in Respekt erhielt.x) Dieser Umstand läßt voraussetzen, daß sich ein starkes Selbstgefühl im judäischen Volke entwickelte, daß es gewissermaßen Herrschaft über die Griechen, Syrer und Phönieier erlangte. Der enge Gesichtskreis, in der es bis dahin gebannt war, erweiterte sich, die Demuth und Unterwürfigkeit, in der es bis dahin gehalten wurde, verwandelten sich in Herrenthum und den damit verbundenen Uebermuth. 3) Das Eintreiben der Stenern von den griechischen und gräcisirten Nachbaren, die Anlegung der Kapitalien und noch mehr der häufige Verkehr mit dem alexandrinischen Hofe, dessen Gunst gehegt werden »rußte, brachten die vornehmen Judäer in innigen Contakt mit den hellenischen Gesellschaftskreisen. Sie mußten sich der griechischen Umgangssprache bedienen, hellenische Formen annehmen und die judäischen Eigenheiten zum Theil wenigstens abstreifen. Joseph, so oft er nach Alexandrien an den Hof gekommen war, speiste an der königlichen Tafel, a) woraus ohne Weiteres folgt, daß er sich über den judäischen Rigorisnius hinweggesetzt hatte, obwohl er, als Eickel des Hohenpriesters viel ') Iosephus Alterth. XII, 4, 5. *) Das. 4, 6: ätunvSiV uuyü uv (ö ‘ l<x><s>t7tos).

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