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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 12 · p. Seite 553

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 12
Article
Hippolyte Rodriguez, Saint Pierre
Date
1871-01-01
Page
Seite 553 (sequence 3)
Language
German
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Analekten. 553 jüdischen Lehren ohne weiteres gewiß, und es ist ein Hauptfachliches Geschäft seiner Darstellung, diesen Zusammenhang auf das Genaueste nachznweisen, und die spätere Ausgestaltung der christliehen Religion als euren Abfall vorr derr ursprünglichen Absichten ihres Stifters, als eine durch hellenistische und ׳dnische Elemente erzeugte Entartung derselben hinzustellen. In diesem Sinne weist er in seinein Buche ״die drei Töchter der Bibel" auf die innige Verwandtschaft der drei monotheistischen Religioneu hin, sobald rnan nur die Kruste, welche um den Kern derselbeir sich gelegt hat, abschält; und indem er den Prozeß schildert, wie sie ans dem gemeinsamen Boden erwachsen sind, leuchtet die Meinung des Verfassers durch, daß die Bekenner dieser Religionen sich ans diesem gemeinsamen Boden wieder zusammenfinden könnten; in seinen Untersuchungen über die Bergrede nimmt er jede einzelne Perle aus dem Weisheitsdiadem, mit dem mair Christi Haupt geschmückt hat, heraus und erkennt sie nach genauer Prüfung als Eigenthum alter jüdischen Weisen, als ״Erbtheil der Gemeinde Jakobs." In seinem Buche über ״die Gerechtigkeit Gottes" nimmt er die jüdische Lehre vom freien Willen gegen die doginatische von der Rechtfertigung in Schutz und weckt die Aufmerksainkeit für die absurden Eigenschäften, welche man nach diesem Dogma Gott zuschreiben müsse. In den beiden jüngst erschienenen Büchern über Jesus und Petrns stellt er sich die Aufgabe diese beiden, geschichtlichen Personeu des Wunderschmuckes zu entkleiden, mit dem die Kirche sie umgeben hat und sie zu schildern, wie sie waren. Aber um dies ״wie sie waren" zu eruiren, wendet eben Hr. Rodriguez eine eigene Methode an, die wir nicht verdammen wollen, aber der gegenüber wir uns reserviren nrüssen. Es ist das Zeichen eines Weisen, ex ungue leonem zu erkennen, aber Hr. Rodriguez macht es zur Pflicht des Historikers. Wie Cuvier ans einem Knochen, so sagt er, auf das ganze Thier schließen konnte, so müsse der Geschichtschreiber aus einer sichern und überlieferten Thatsache eine ganze Reihe von Thatsachen erzeugen, für die allerdings ihm nur seine Vernunft Gewähr leistet, die aber doch eben so viel wissenschaftliche Eonsistenz besitzen, wie jener Thierkörper, den Cuvier zu dem vorhandenen Knochen hinzukonstruirte. Hr. Rodriguez betritt, wie es uns scheint, hier den Weg

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