Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 12 · p. Seite 524

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Hintergrund des hundert und neunzehnten Psalmes
Date
1871-01-01
Page
Seite 524 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829402-2829415-2866294--13839-2866317
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

524 Der geschichtliche Hintergrund Wort steht fest anr Himmel und auch auf Erden, da er die Erde gegründet hat und sie besteht fort, geht nicht unter. Aber eben so s i ch e r ist Gottes Treue für b t e Mensche u g eschlechter; auch hier muß sich sein Wort bewähren, kann nicht eitel sein. Dieselbe Einleitung gebraucht, wie gesagt, Ps. 89,. V. 2—3, um sich auf Gottes Treue zu berufen und daraus die Nutzanwendung für den Psalinisten zu ziehen, daß Gott seine Verheißung für das Haus David bewähre!: werde, daß es nie untergehen, vielmehr den Throit von Vater auf Sohn ewiglich ivie die Sonne und Mond erben werde (s. Monatsschrift Jhrg. 1869 S. 299). Man übersehe nicht die Parallele in diesen Psalmen. Ps. 89.! Ps. 119. חסרי ה׳ עולם אשירה לדר ודר אודיע j לעולם ה׳ דברך נצב בשמים לרר ודר אמונתך.! אמונתך בפי... שמים תכין אמונתך בהם. In Psalm 89 beruft sich ein späterer Dichter aus dein Hause Davids auf Gottes Verheißung für das Haus David und auf Gottes Treue und knüpft daran die Hoffnung, daß er als Thronerbe anerkannt werden werde. Folglich kann sich der Dichter des Psalmes 119 auf Gottes Verheiß urig für das Haus Aaron berufen, daß es nicht untergehen, sondern die Hohenpriesterwürde von Vater auf Sohn vererben werde. Das kann die Hoffnung gewesen sein, welche Onias IV. belebte. Er stammte in gerader Stute von Aaron ab, da er der Linie des Josua ben Jozadak angehörte, welcher aus denl baby- Ionischen Exile zurückkehrte, und dieser wieder vori den Hohen- Priestern des vorexilischen Zeitraums abstainmte. Es mußte Onias allerdings schinerzen, daß Alkimos voil dem syrischen Könige mit der Hohenpriesterwürde betraut wurde, der nicht von der Aaronidischen Linie abstammte. Aber er tröstete sich mit der Hoffnung, daß Gott sein Wort nicht zu Schanden machen werde, er werde es vielmehr dem Hause Aaron bewähren, da seine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.