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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 12 · p. Seite 523

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Hintergrund des hundert und neunzehnten Psalmes
Date
1871-01-01
Page
Seite 523 (sequence 11)
Language
German
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des Hundert und neunzehnten Psalmes. 523 wurdet: — den: Gründer desselben als Streitsucht und Rachegefühl auslegt, kann gerade aus pflichttreuer Frömmigkeit entsprungen seii:. Allerdings von der Priesteriviirde und von der Hoffnung, sie einst zu erlangen, kommt in diesen: Psaln: nichts vor, und in so fern müßte man den Gedanken an die Autorschaft des Hohenprieftersohnes Onias IV. fahren lassen. Allein man muß zugleich bedenken, daß dieser Psalm nicht für die Oeffentlichkeit bestimnrt scheint, um etwa Propaganda für den Dichter zu machen, sondern er ist ein stiller Erguß seiner Seele, für ihn selbst bestirnn:t, seiner Vorsätze stets eingedenk zu sein. In so fern brauchte der Dichter nicht seine Würde hervorznheben oder sie auch nur anzudeuten. Eine leise Anspielung darauf scheint mir indeß doch, wenn ich darin nicht zu weit gehe, in einigen Versei: zu liegen. Der Dichter deutet öfter an, daß er eine Hoffnung hegt und daß die Erfüllung derselben ihn: von Gott verheißen sei. V. 10: זכר דבר לעבדך על אשר יחלתני. Diese Hoffnung bildet zugleich seinen Trost im Elende und belebt ihn. V. 20: ואת נחמתי בעניי כי אמרתך חיתני, auch VV. 74, 81, 114, 147 בי לדברך יחלחי. Welche Hoffnung mochte er gehegt haben? Und auf welche Verheißung konnte sie sich stützen? Von einer direkten Offenbarung Gottes an den Psalmisten, die ihm etwas Bedeutendes in Aussicht gestellt habe, kann in der Epoche, in welche wir ihn setzen müsse!:, gewiß keine Rede sein. Die Zeit für die Uninittelbarkeit der Inspiration war längst dahin. Die Hoffnung, von welcher der Psalmist spricht, muß sich demnach auf eine alte, anerkannte Verheißung beziehen, die hier als אמרח bezeichnet ist. Nun beruft sich der Dichter an einer Stelle auf Gottes Treue, betont dieselbe, daß sie für die Ewigkeit sei, und gebraucht dabei fast dieselbe Wendung wie Pf. 89. In V. 89—90 heißt es: לעולם ה׳ דברך נצב בשמים לדר ודר אמונתך כוננת ארץ ותעמד. Der Sinn ist nichts anderes, als Gottes

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