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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 12 · p. Seite 519

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Hintergrund des hundert und neunzehnten Psalmes
Date
1871-01-01
Page
Seite 519 (sequence 7)
Language
German
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des Hundert und neunzehnten Psalmcs. 519 wurde er dahin gebracht, schwärmerische Liebe dafür zu empfinden. Darum wurde er von den Gesetzes- Verächtern (עזבי ותורה oder השגים ממצות) verspottet und verfolgt. Aber diese Verfolgung hat ihn in seiner Anhänglichkeit an das Gesetz nur noch mehr bestärkt. Vergegenwärtigen wir uns diese Charakterzüge und nehmen ivir den Rahmen der Zeit hinzu, so kaitn es uns nicht gar zil schiver werden, den Namen des Dichters zu bezeichnen. Daß der Dichter tu der Zeit der apostatischen Hellenisten gelebt hat, braucht kaum iveitläuftig bewiesen zu werden. Sie ist durch die bisher angeführten Momente der ״G e s e tz e s v e rachter" einerseits und der ״G es etz estr euen" andererseits kenntlich genug. Zum Ueberfluß sei auf einen Vers aufnterksam gemacht, der so recht den Abfall der Hellenisten in der hasmoiräischen Zeit charakterisirt, V. 126 עת לעשות לה׳ תפרו ״ ,חורתןZeit ist es fiir den Herrir zu handelt:, sie haben Deine Lehre (Dein Gesetz) gebrochen"; ״ ,תפר תורתdas Gesetz brechen, auslöien" ist das stärkste, was gesagt werden konnte, es paßt nur auf die Zeit der abtrünnigen Hellenisten, als Priester aus dem Hause Aaron selbst die Hand dazu boten, die jüdische Sitte aufzuheben, den Tenrpel zu entweihen und einem Zeusbilde zu opfern. In dieser Zeit der allgemeinen Auflösung des Judenthums hatte der Dichter Grund genug zu klagen. Wasserströme entflössen seinen Augen, daß sie, die Abtrünnigen, das Gesetz so schamlos brachen. Der Psalm spielt demnach deutlich genug auf die Zeit des Antiochos Epiphanes an und auf seine Verordnung, das Gesetz zu verlassen (l. Makkab. 1, 42 syxataXmslv sxaarov td v61t1;1a avT8). Die Feinde des Psalmisten waren also die Hellenisten. Es ivaren zugleich Vornehme, einerseits Jason und M e n e l a o s, die Hohenpriester, welche das Hohenpriesterthum geschändet haben, ttnd andererseits die S ö h ne Tob i a s'. Durch diese Jndividualisiruug seiner Gegner dürfte sich auch der Psalmdichter zu erkennen geben.

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