Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 517 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensioiun. 517 buftioit geschickt hervor, vermeidet jedoch an einzelnen Punkten nicht die Klippe, 31t viel zu beweisen. So bei der Besprechung der Mischnah Synhedrin H 1, die zwar nicht der Löm'schen Ansicht entspricht, aber ihr doch mehr Anhalt bietet, als ״David Nieto reckirivus" zugeben will. — Nr. 2 behandelt die Frage: Haben die Juden eine Geistlichkeit? In der Einleitung benutzt Hr. Löm die Gelegenheit, um gegen Grätz zu erklären, daß ״Aron Chorin ein reiner, biederer, gediegener Charakter war!" Grätz konnte das nicht finden, sondern hatte in dem letzten Bande seiner Geschichte Chorin einen zweideutigen Charakter genannt; Löw meint, ״eine gröbere Verleunidnng hat sich wol noch schwer-!ich ein Historiograph zu Schulden kommen lassen". Nun, gesetzt sogar er hätte recht, so bitten wir ihn, künftighin ein falsches Urtheil von einer groben Verleumdung zu unterscheiden, zumal es sich nach Löw's eigenen Worten ״um einen sonst verdienstvollen Geschichtschreiber" tjanbett; mir begreifen die Lebhaftigkeit der Vertheidigung, denn es sind die ״Manen seines ihm uuvergeßlichen Freundes", von ivelchem er jeden Makel und jede Kritik fern halten will; aber gerade der gleichgesinnte und ungefähr gleichstrebende Freund scheint uns nicht geeignet, um nach seinen Worten das allgemeine Urtheil über Choriu, welchem Grätz nur einen allerdings etwas harten Ausdruck gegeben hat, erheblich zu ändern. Da gerade von Grätz die Rede ist, so hält Löw über- Haupt Gericht über ihn; ihm ist es ja ein Kleines, vom Hundertsten in's Tausendste zu kommen, und es ist Referentenpflicht, ihni nachzurennen. Grätz hat im 9. Band s. Gesch. den Streit zwischen Neuchlin und Pfefferkorn um den Talmud ausführlich dargestellt und hervorgehoben, welchen Einfluß so indirekt der Talmud auf die Reformation gehabt hat." Hr. Löw macht darüber einige wohlseile Scherze, als vindrcire Grätz dem Streite eine Bedeutung, die er nicht hat —. Wir ersuchen den Vers, in Strauß' ״Ulrich v. Hutten" nachzulesen, welche Aufregung dieser Zank in Deutschland hervorgerufen hat, daß er die gelehrte Welt in zwei Lager theilte, daß, weil zum ersten mal die Gelehrten in dieser Streitfrage das Volk zum Richter aufriefen und in deutschen Schriften sich an dasselbe wandten, eine öffentliche Meinung in Deutschland sich bildete, welche Luther zu seinen Zwecken benutzte. Die epislolae obscurorum virorum haben ihren