Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Kanonicität des Buches Esther in der älteren synagogalen und kirchlichen Literatur
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 9)
- Language
- German
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- Haman 2× ep/1004757
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510 Die Kanonicitat dos BnchcS Esther. rationelle Exegese das Patronynicnm האגגו nicht anders aufsassen, als daß Haman von Agag, dein König der Amalekiter unter Saul, abstammte. Indessen, wie dein auch sei, die jüdische Welt war, noch vor der Tempelzerstörung, von der Tradition beherrscht, daß Haman ein Amalekiter gewesen sei. Der Sabbat, welcher denl Purimfeste vorangeht, ist dem Andenken an Amalek gewidinet und hat davor: seinen Namen (שבח ובור); es wurde an demselben die Peutateuch-Perikope vor: Amalek vorgelesen. Davon, als von einem Factum ansgehend, fand man darin eine Berechtigung für die Einsetzung des Purimfestes und dadurch auch für die volle kanonische Allerkennung des Buches Esther. Da in: Pentateuch angegeben ist, daß die Unthat Amalek's an Israel während des Wiistenznges drlrch ein Buch in Erinnerung bleiben soll (Exodus 18, 14: בחב ואח וכרון כספר), so wurde schon in der tanaitischen Zeit dieser Passus dahin gederrtet: daß das Andenken an Amalek's Unthat in allen drei Klassen der heiligen Schrift, Pentateuch, .Propheten, Hagiographen, anfbewahrt werden soll. Ruri ist es im Pentateuch deutlich angegeben und auch aus den Propheten (l, 15) wird die Geschichte des Krieges Saul's mit Agag und der: Umalekiten alljährlich in einer Haphtara verlesen. Es soll aber auch durch ein Hagiographon in stete Erinnerung gebracht werden. Nun, das geschieht eben durch das Verlesen des Sturzes von Haman, den! Amalekiten, aus der Estherrolle. Folglich haben daS Purimfest und das Estherbuch auch ihre gesetzliche Berechtigung >). Durch das Verlesen desselben an! Purimfeste ivird das Andenken an Amalek jedes Jahr wieder aufgefrischt. Diese Deutung verivarf aber der Tanaite K. Josua; daher fand er für die Heiligkeit des Buches Esther keine Andeutung im Pentateuch. ') Auch für die Ausdeutung des Pentotenchverses von Amalek Hot der jerus. T. eine ursprünglichere Fassung als der babyl. T. Dort heisst es (Megitla 70 d): בחב זאת זכרון בספר : ז א ת ת ו ר ה כמה דחימר וזאת התורה אשר שם משה וגו׳. ז ב ר ו ן אייו ה נ ב י א י ם (כמה התימה) ויכתב ספר ה ז כ ר ו ן וגוי. בספר אלו ה כ ת ו ב י ם. ומאמר אסתר קים את דברי הפורים האלה ונכתב בספר. Dagegen in babyl. (!>. 7 a) sehr abrupt: ד׳ אלעזר המודעי אומר כתב זאת סה שכתוב במשנה חורה, ז כ ר ו ן מה שכתוב בנביאים, כספר מה שכתוב במגילה.