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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 11 · p. Seite 493

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 11
Article
Elia del Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph
Date
1871-01-01
Page
Seite 493 (sequence 13)
Language
German
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Elia bei Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph. 493 _ Probleme innerhalb geivisser Grenzen eine Pflicht aller derer, welche die uothwendigen, die rechte Erfüllung dieser Pflicht erst ermöglichende». Eigenschaften besäßen. Freilich wußte auch er nicht Maß zn halten, er verzerrte beit richtigen Gedanken dadurch, daß er die Trennung dieser beiden Klassen allzustark betonte und aus den Auserkorenen gleichsam eine Zunft bilden wollte, welche, losgelöst vom Volke, die höchsten Fragen der Neligion besprechen sollte; er ahnte nicht, daß er damit die Wege der Kabbalisten ging, die er bekämpfte; doch Alles im Geheimen und zunftmäßig zu betreiben, das lag nun so in der Weise der Zeit. ׳Nach dieser ausführlichen Charakteristik, welche das Eigenthümliche und Originelle in den Ansichten Elia del Meligo's hervorzuheben sich bemüht hat, dtiukt uns die vollständige Analyse des Inhalts des Leolünatll Hadath nicht nothwendig, weil er in allein Andern ganz den Spuren Maimnni's folgt. Wenn er gelegentlich die Gegner der maimnnischen Dogmatik, die zwar nicht genannten aber sicherlich gemeinten Verfasser des ׳01״ Adonaj“ (Licht Gottes) und des ״Ikarim“ (Grnndlehren) bekämpft, so thut er es mit Maimnni's Autorität und dessen Gründen, niemals mit eigenen. Auch das Schlußcapitel, in weichem er sich nach Art moderner malkontenter Autoren jede, ״übelwollende Kritik," was heißen soll jeden Tadel, verbittet, und der bombastische Schluß mit den zehntausend Kamelen könnte füglich unerwähnt bleiben, wenn wir nicht zu seiner Entschuldigung hinzufügen wollten, daß in der That Tadelsucht und Lust an Polemik damals über Gebühr den Ernst der Wissenschaft beeinträchtigt haben. Alles in Allem rvar Elia del Medigo weder ein tiefer Denker, noch ein großer Schriftsteller; er spricht sich gleich im Eingang seines Buches selbst das Urtheil, wenn er sagt, daß traurige politische und sociale Zustände stets auch den Verfall der Literatur herbeiführen. Wo sollte mitten unter den Verfolgnngen und Qualen den Inden der freie Blick und die Samm-

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