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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 11 · p. Seite 492

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 11
Article
Elia del Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph
Date
1871-01-01
Page
Seite 492 (sequence 12)
Language
German
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. 492 Elia bei Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph. zuweilen reicht ganz geschmacklosen Hornilien für Philosophie anszugeben. Auch hierin ist Elia ein Einäugiger unter Blinden; nicht hellsehend genug, um auf dem Gebiete des Geistes die Ideen zu schauen, welche seinen Vorgängern entgangen waren, aber vom Ernst der Wissenschaft erfüllt, wollte er nicht durch Blendwerk gewinnen; er hat als denkender Mann Zutrauen zur Kraft des Gedankens und glaubt, wenn auch nicht ohne Schwanken, an seine siegende Allgewalt, selbst wenn er nicht durch geistreiche Zuthat dem verdorbenen Geschmack des Zeitalters mundgerecht gemacht wird. Sein Ausdruck rst keusch und knapp, kurz und gedrängt, ohne den bestrickenden Reiz der Poesie und ohne den verwirrenden Zauber des Witzigere und Geistreichen. Und weil er klarere und!leichtern Sirrrees ist, hält er sich auch ferne vore der Uebertreibung, nur dere als religiösere Israeliten gelten zu lassere, der die jüdische Lehre in ihrer Wahrheit ured ihrem tiefern metaphysischen Inhalt zu begreifen sich gemüht hat; er sagt sich, daß eine solche Forderung thöricht, weil nnersüllbar sei, das; dadrerch der größere Blasse die Fähigkeit, religiös zre sein, abgesprachen werde; er weiß auch den Schaden zu ivürdigen, den die Religion dadrerch erleidet, rverne unklare rerrd renreife Geister zrern Nachdenken über die höchsten Fragen gleichsam kommaredirl rverden; daß ein flüchtiges rered oberflächliches Studirene der Religiore und ihrer Lehrsätze die Religiosität weit eher rrntergrabe als stütze, ist eine Erfahrung, die man vielfach schon gemacht hatte, bevor Pascal in seinem bekannten antithetischen Aperen sie zum fliegerrden Worte gestaltete. Deshalb macht er einen Ureterschied zwischen dem ״Harnorr", zwischen der großen Masse ured den Areserkorenen, die durch glückliche Geistesgaben und angemessene Lebensstellung den Berief haben, die Gefilde der religiösen Theorie anzubauen. Im Widerspruch mit den Starrgläubigen, welche die Wisseirschast als eire allen Israeliten gleich gefährliches Gift verpönten urrd dem Verstände gebieten wollten, nicht zu denken, scheint ihn: das Nachdenken über die religiösen

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