Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Elia del Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
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490 Elia bei Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph. il)1n fei es ein Trost, sich hierin in Uebereinstimmuug zu wissen mit den geistigen Führern seines Volkes; während jene Ansicht, die der Forschung Thür nnd Thor verschließe, keinen Stützpunkt in den Werken der Vorfahren finde. Nur müsse man über dem Forschen nach dem Zweck der Gebote die Uebuug nicht vergessen. Wer dies thne, sei ein Leugner, ein Vernichter und Verächter der Lehre und der härtesten Strafe würdig, das sei eine After- Weisheit, die mit der echten Weisheit nichts gemein habe; Menschen ihrer Art Hütten die Wissenschaft beim Volke in Mißkredit gebracht, das den falschen Flitter vom Golde nicht zu unterscheiden wisse. Und mm er die Forschung gerettet hat, wirft er eine andere Frage auf, für die uns freilich fast das Verständnis! abhanden gekommen ist, deren Erörterung sich jedoch durch das ganze Büchlein hindurchzieht, und diese lautet: Dürfen wir die Resultate unserer Forschung, die wir ehrlich glauben, — veröffentlichen? Wunderlich wie die Frage ist auch die Art, wie er sich windet und wendet, um sie zu beantworten. Er kann nicht leugnen, daß die Bibel selbst die Begründung einiger Gebote enthalte; daß die Weisen früherer Zeiten ohne Scheu ihre Ueberzeuguugen ausgesprochen haben. Aber wiedermu verschioeige ja auch die Bibel so häufig ihre Gründe; und wie leicht könne Unheil entstehen; auch Salomo sei gestrauchelt, denn die Menschen seien so begehrlich, und ihr Geist so schwach, und die Bibel so tiefsinnig und vieldeutig u. s. w. Darum sei es förderlich, die Bibel in zwei Theile zu zerlegen, die Forschungen über den einen dürften veröffentlicht, die über den andern müßten unterdrückt werden; oder die tiefen Denker eines jedes Zeitalters sollten jedesmal eine Auswahl treffen; das Allerbeste jedoch sei, wenn gar sehr wenig hierüber veröffentlicht werde. Den Zmviderhandeluden treffe Gottes Zorn. So kleinmüthig nnb schwachherzig waren damals die Besten geworden durch die Trübsal der Zeiten. Denn trotz Alledem gehört Elia zu beit Besten seines Zeitalters. Erwägt mau die damaligen wissenschaftlichen Zustände unter den