Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Elia del Medigo, ein jüdischer Popularphilosoph
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
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482 Elia bei Mebigo, ein jüdischer Popularphilosoph. kehr; sollen sie diesem nützen, so müssen sie indie Münze mandern und dort mit Kupfer versetzt werden. Ein Beispiel ans dem Gebiet der jüdischen Religionsphilosophie, welches der Zeit nach eng an den von uns zn behandelnden Gegenstand angrenzt, wird genügen, um diese Behauptung zn bestätigen. Jüdische Denker von Belang halten es für einen Vorzug des Judenthnms, daß niemals eine Dogmatik innerhalb desselben feste Wurzeln gefaßt hat. Maimonides, der, in allem hochhinausragend über die gewöhnlichen Köpfe, darin mit seinen Zeitgenossen fast auf gleicher Linie stand, daß in ihn! der Sinn für Geschichte, für das Eigenartige eines Volkes, einer Religion nicht genügend ansgebildet war, hat bekanntlich auch dieses Fremdartige in das Judenthmn hineintragen wollen. Da trat Chasdai Kreskas in die Schranken und mit wuchtigen Gründen schlug er ben Gegner aus dem Felde. Die Schlacht war gewonnen, aber die Wenigsten erfuhren etwas davon. Das Or Adonaj war jenem Lichte vergleichbar, von dem die Rabbineil sagen, daß es, am ersten Schöpfuugstage erschaffen, für die Zeit des Heils aufbewahrt würde; es war eine Ampel, die nur den Erleuchteten lerrchtete. Der Gedanke ChaSdai's wäre dem Judenthum verloren gegangen, hätte ihn nicht Aldo anfgegriffen und eilt populäres, allgemein verständliches Buch darüber geschrieben. Das Buch drang in das Volk, und weil das Gold ChaSdai's in der Albo'schen Le-, girnng einen beträchtlichen Kupfergehalt hatte, drarrg es tief in das Volk und hat der rnaimonidischen Anschauung ein kräftiges Paroli geboten. So sind die nicht-originellen Denker ihrer Zeit n o t h 1v e n d i g; die erhabenen Denker, die Könige im Reiche der Gedanken, können ihrer Kärrnerarbeit nicht entbehren; und der betrachtenden Nachwelt sind jene wichtig als ״Zeichen der Zeit". Sie gewinnen an Werth, wenn die echte Originalität, eine freilich allezeit seltene Waare, damals ganz besonders rar und schwer zu beschaffen gewesen, ist; und sie verdienen hohe Beachtung, wenn sie einer Zeit entsprnirgen sind, in der die