Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 6)
- Language
- German
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h alach i sch -exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode 421 sten tannaitischen Zeitabschnittes nicht nur im Allgenreinen, was beim ersten Blick einlenchtet, sondern anch in einzelnerr Hauptzügen denr der Euroraimperiode ähnlich ist, so steht nichts tm Wege, einen Schritt weiter zn thnn und von den bewegender Ideen der aus die ernoraische begrifflich folgenden Periode auf die des zweiten tannaitischen Zeitabschnittes zn schließen. Eine solche Anwendrrng der gemachten Analogie durfte sehr geeignet sein, über Veranlassung, Zweck unb gegenseitiges Verhältniß der im zweiten tannaitischen Zeitabschnitte zn Stande gebrachten halachischen 1iub halachisch -exegetischerr Samrnkmrgerr näheren.Aufschlusz zrr geben. Die Charaeterähirlichkeit dieser Geistesprodnkte mit den der Alfasi-Maimnnischen Zeit ist uit Großen und Ganzen, wie oben entwickelt, unverkennbar. Man braucht also, wenigstens sollte mau es nreinerr, nur die bei den letzten erwähnten Geistesprodnkten wirkenden schöpferischen Ursachen rrnd das von Ihnen angestrebte Ziel sich deutlich zu machen, urrd man hat anch die der elfteren ermittelt. Nun fällt es nicht schwer, Veraulassrmg und Terrdenzder schöpferischerr Thätigkeit jener zwei Größen bloszulegen, die beu emoraischen Entwickelungsprozeß abschließen. Die Talnrudredaetion wurde in zweifacher Absicht unternommen. Ihr Zweck war, zunächst die emoraischen Leistungeil der Gefahr der Entstellung und des theilweisen Unterganges zn entziehen, dann das zusaillruengetrageue unübersehbare Material zn ordnen. Es ist nicht ju läugnen, daß mit dieser Redaktion dem nächsten Uebelstande, der eine schleunige Abhilfe verlangte, abgeholfen wurde. Aber es blieben noch immer bederrtende Lücken und Mängel, die, wenn auch nicht direkt, ausgefüllt mtb abgestellt werderr mußten. Die Redaktion hatte weder das theoretische noch praktische Bedürfniß ganz befriedigt. Das theoretische nicht, weil die zur Mischnah hinzugefügten Erlänterungen llnd Allseinandersetzungen von beu verschiedensten Standpnnrteir wohl beit tiefeingehenden, aufs Einzelne gerichteten Studien große Dienste leifteten, denr Streben aber, das gange halachische Gebiet zu unrfasserr, eher hinderlich als förderlich war. Die Praxis ging auf diese Weise selbstverständlich ganz leer aus. Die Redaktion hatte ja sorgfältig selbst den Schein eodificatorischer Selbstständigkeit genrieden. Die im Talmud eingestreuten, von den ersten, gewissermaßen hälbtanaitischen Emoraim herrühren-