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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 9 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 9
Article
Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
Date
1871-01-01
Page
Seite 417 (sequence 2)
Language
German
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halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode 417 (בעורה וו ששנה רבי fol. 9 b), darüber, daß ein Anderer nicht die Mühe gespart, eine theilweise neue biblische Begründung des gedachten Gegenstandes zu geben. Da wäre doch Anlaß ge- 1mg, den hingeworfenen Wink zu verwerthen. Welches Resultat ergiebt sich nun aus dieser Auseinandersetzung? Doch wohl, daß die äußern wie innern Widersprüche in den Talmuddiskussionen nicht zum Schlüße ans Verschiedenheit von Redaktionsworte (?) der Traktate berechtigen. Mit der Annahme einer solchen Verschiedenheit wären, wie oben bemerkt, höchstens die Widersprüche zwischen den verschiedenen Traktaten, aber nicht die in ein und demselben Traktate, noch weniger in ein und derselben Diskussion erklärt. Das Vorhandensein von Abweichungen beweist allein, daß die Redaktion den Stoff aus verschiedenen Ouellen, unter denen natürlich die Schulen zu Sura und Pumbaditha die erste Stelle einnahmen, geschöpft hat. Dieser Umstand erklärt vollkommen die innern Widersprüche und macht auch die äußern begreiflich. Es wäre gegen alle Regel der Kritik, wenn man darum noch jetzt auf der besprochenen Hypothese beharren wollte, weil sie die äußern Widersprüche erklärt. Hier drängt sich aber eine andere Frage auf. Warum hat die Redaktion es nicht versucht, die Vorgefundenen Widersprüche anszugleichen? Zugegeben, daß hie und da Stosfüberhänfnng und die damit verbundene Schwierigkeit, des Materials ganz Meister zu werden, die Redaktion vieles übersehen ließen, so reicht dies in den meisten. Fällen nicht aus. Was die inuere Disharmonie betrifft, so haben wir oben gesehen, erstens daß dieselbe der Redaktion keineswegs unbekannt war und zweitens wie dieselbe in der Anordnung der einzelnen Vestandtheile da, wo es anging, eine Ausgleichung versuchte und, im Falle der Unlösbarkeit, als Schiedsrichter auftrat. Auf dieselbe Weise ließe sich wohl auch das Bestehenlasseu der äußern Disharmonie erklären. Doch sind hierfür andere, wahrscheinlichere Gründe vorhanden. Die Pietät der Talmudisien gegen Ueberlieferungen ist allzu bekannt, als daß man nicht annehmen sollte, daß dieselbe Tugend eben so gut bei der Redaktion als früher bei den Tannaiten und Emoraim von großem Einflüsse war. Bei der Redaktion hat mau um so mehr Grund, anzunehmen, daß diese Tugend Frankel, Monatsschrift. XX. 0. 27

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