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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 9 · p. Seite 408

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 9
Article
Beiträge zur Geschichte der letzten gaonäischen Zeit und zur Kritik der karäischen Propaganda
Date
1871-01-01
Page
Seite 408 (sequence 3)
Language
German
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408 Beiträge zur Geschichte der letzten gaonäischen Zeit aber auch ein Leichtes fein, die Einwände Hadassi's zu entkräften. Da dieser, wie wir sehen, die Rabbaniten und ihre Literatur am genauesten kennt, erscheint es ganz recht und billig, wenn wir bei seinen Angaben die strengste Kritik in Anwendung bringen; denn, wenn Jehuda Hadassi's Angaben unrichtig sind, dann lügt er in tendenziöser Absicht und nicht, weil er falsch berichtet worden. Es ist nun höchst bedauerlich, daß wir zum Traktate Chulin, wie zur ganzen Ordnung קדשים keinen Jeruschalmi besitzen, und es wohl nie einen solchen gegeben hat, und zwar, wie Frankel *) ausführt, nicht, weil die palästinensischen Autoren sich damit weniger abgegeben hätten, sondern, weil die Ungunst der Zeiten eine geordnete Redaktion verhinderte. Wir vermissen daher eine ältere palästinensische Quelle, die uns vielleicht darüber hätte Auskunft bieten können, wie man in Pal. mit den טרפות verfahren ist, ob man nach den in der Mischnah aufgezählten und von den alten Autoren, wie N. Jochanan n. A. hervorgehobeuen מ^ס^טרפות suchte, oder diese nur dann berücksichtigte, wenn sie zufälliger Weise auffielen, wie wir es mit den meisten Trephoth halten. Auch sind uns gerade über dies Gebiet wenig gaonäische Responsen erhalten geblieben, die unfern Gesichtskreis etwa zu erweitern im Staude gewesen wären. Allein im ganzen Kreise der älteren Talmud-Commentatoren und Deeisoren läßt niemand auch nur die leiseste Bemerkung fallen, daß die Praxis der Palästinenser durchaus verschieden von der babyl. sollte gewesen sein. Daß die Sache nicht ganz so sich verhalten könne, wie Jehuda Hadassi uns glauben machen will, nämlich, daß die Pal. nur auf die Hirnhaut und weiter auf nichts gesehen hätten, läßt sich leicht einsehen; denn es läßt sich wohl begreifen, daß die pal. Rabbaniten, mit Zähigkeit an der Mischna festhaltend, da, wo sie keine andere Stütze hatten, sämmtliche in der Mischna aufgezählten טרפות genau in derselben Weise berncksich- *חוץ מן הריאה אשר בקרבה שפירשו החכמים יש בריאה כל מעי מרפוח ורזי*־־־ הוחזקה שאת׳ שוחט כמה מיני בהמות ואתה מוצא חצים או פחות או יותר נטרפות מן הריאה אבל משאר יח׳ טרפות אין אתה מוצא מן מאה בחמות א׳ טרפה. Der Unterschied zwischen מיעוט׳ השכיח und הלא שכיח, angewandt auf טריפות הריאה und die anderen Trephot, wird im Talmud selbst nicht gemacht, wohl aber von Naschi Chul. s. v. .פטה מבוא הירושלמי (י S 45 u. ff.

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