Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829402-2829411-2866031--13640-2866080- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
376 Noten zum obigen Artikel. und R. Jochanan erläutern, als Norm aufstellt; vgl. Hilchoth Aboth Hatrnnah 1, 16, 13 itnb 14 und Keseph Mischnah zu dieser Stelle, wie auch Naschi Bechoroth 23 9 8v. הסרוהה סעיקרא. 6. Sebachim 71b—73b. Das erste Discussionsstück geht, wie die Discussion zur Mischnah אלו אסורין ואוסרין בכל שהן וכף in Abodah Sarah 74 a, von der Voraussetzung aus, das; der Grund, das; die betreffeirden Gegenstände rmter allen Verhältnissen ihre substantielle Selbstständigkeit behalten, einzig rrnd allein in den ihnen eigenthümlichen gesetzlichen Charakter קדשים ,איסורי הנאה u. s. w.) liege; nach Manchen werde hier und da noch der Hinzutritt einer zufälligen Eigenschaft (דבר שבמגין) erfordert. Das letzte Discussionsstück hingegen findet ben Grund irr einem Umstarrde, der rrrit der eben erwähnten Eigenthümlichkeit der verbotenerr Gegenstände rrichts zu machen hat, sondern bei allen denkbaren איסורין, ohne Unterschied des Charakters, dieselbe Consequenz nach sich ziehe (בעלי חיים חשיבי ולא בטלי). 3) Das fast ausschließliche codificatorische Interesse der Mischnah unterläßt es natürlicherweise in der Regel, bei den betreffenden Gesetzesbestinrnrurrgen den geschichtlichen Ursprung arrzrlgeberr. Und so kam es nothwendig, das; der tief forschende Blick, besonders der babylonischen Emoraim der ersten Geschlechter in seinen desfallsigen Untersrrchungen keinen festen Anhaltspunkt fand. Wir sagen: der ersten Emorageschlechter; denn erst später wurde der große Schatz von authentischen Berichten und objektiven Erläuterungen und Erklärungen, den Palästina in R. Jochanan besessen, zum großen Theile nach Babylonien verlegt. In den ersten Geschlechtern hingegen war man m eistentheils auf subjektive Geistes Operationen angewiesen. Einen Beweis hierfür enthält Note 1 und 2. Dem zweiten begegnet nian in den Talmuddiscussionen bezüglich der in Babylonien ventilirten Frage, ob טעם כעיקר sinaitischen oder sopherischen Ursprunges sei. Während der Emora Abaje (Chulin 1089, Pesachim 44 a וכל איסורין שבחורה אין היתר מצטרף לאיסור וכר) deutliche Winke entdeckt zu haben glaubt, aus denen Ersteres folge, war es Nabba eine Zeit lang zweifelhaft (Chulin ibid.), welches von beiden der Fall sei; obschon auch er, wie überhaupt die babylonischen Schulen zur selben Zeit mehr zu der Ansicht Abaje's hinneigte; vgl. Sebachim 78 a und b מתיב רבא עשה עיסה ובו׳ — אי הכי בטיל מיבעיא. Erst der aus Palästina nach Babylonien gekommene Emora R. Dime machte Abaje darauf aufmerksam, daß טעם כעיקר nur im Falte von כזית בכדי אכילה כרם sinai- Lisch sei (Pesachim ibid.); eine Erklärung, die eine kurze Mimra