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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 8 · p. Seite 367

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 8
Article
Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
Date
1871-01-01
Page
Seite 367 (sequence 5)
Language
German
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halachisch-exegetischcn Sammluugen während der Tamraimperiode 367 der gültige!: Norm in Uebereinstimmung zu bringen (^סוגיא ביב שלא אליבא רהילכתא), macht beim erster: Blicke den Eindruck, als ob an der Kenntniß des gedachten Verfahrens bei diesen Autoren nicht gezmeifelt werden konnte. Jndeß überzeugt rnan sich sehr leicht, daß dieselben höchstens eine Ahnung davon hatten, mehr aber gewiß nicht. Die Anwendung der gedachten Bemerkung gehörte daher zu den seltenen Erscheinungen und trifft meistentheils nicht zu. Fragt rnan aber nach derrr Grunde des Abbrechens der Gedankenreihe seiterrs der Redaktion, urir dann an einer andern Stelle dieselbe wieder anfzunehmen, so ist die Antwort bereits oben gegeben. Die Redaktion ist, rvaS das Formelle betrifft, nach Möglichkeit bestrebt, an der primitiven Stoffverknüpfung festzuhalteu. Sie fügt daher nicht nur nicht eigene Beftarrdtheile zu den erhaltenen hirrzu, sondern sie fühlt sich auch hinsichtlich der Einreihung — nicht der Ordnung — der einzelnen Discussionspartien von dem gegebenen abhängig. Wenn die faktische Reihenfolge mit der inhaltlichen dieser Partien nicht zusammen trifft; wenn diese oder jene Discussion in einer Gruppe von verwandten Diskussionen geschichtlich an eine andere Mischnah oder Mimra als diejenige, an welche die übrigen, angeknüpft ist: so entscheidet nicht der Inhalt, sondern der geschichtliche, genetische Zusammenhang in der Wahl der Einreihungsstelle. Enthält nun zufällig eine solche isolirte Diskussion die entgegengesetzte Ansicht, dabei aber auch indirekt die entscheidensten Gründe für die Richtigkeit derselben, so ist die Redaktion genöthigt, die endliche Abwickelung des betreffenden Gegenstandes gleichsam auszustellen. Und eben in solchen Fällen ist der mit dieser Verfahrungsweise nicht bekannte Leser an: ineisten der Verlegenheit und Irreleitung ausgesetzt. Dein: er glanbt mit scheinbar vollem Rechte aus der Weitläuffgkeit und Ausführlichkeit, womit an allen anberu Parallelstellen der betreffende Gegenstand besprochen wird, schließen zu müssen, daß an diese!: Stelle!: das Endresultat der Redaktion zu suchen sei. Nun entdeckt er in der einzigen, mitunter sehr kurzen Stelle gerade das Gegeutheil. Wie sucht er sich dann aus dieser Verlegenheit zu helfe!:? Nach vergeblicher Mühe eine Ausgleichung zu fi!:den, koinmt er endlich nothivendig zu dein Resultate, daß die einzelne Stelle von einer

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