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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 8 · p. Seite 360

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 8
Article
Beiträge zur Geschichte der letzten geonäischen Zeit und zur Kritik der karäischen Propaganda
Date
1871-01-01
Page
Seite 360 (sequence 9)
Language
German
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360 Beiträge zur Geschichte der letzten gaonäischen Zeit ישראל אלא יום אחד בין בר״ה בין בשאר ימים טובים. Nunmehr erscheint uns der Bericht Sahals in einem ganz anderen Lichte. Er spielt auf das Streben Saadia's an, in Palästina den zweiten Neujahrstag als Festtag einbürgern zu wollen, ein Streben, das theilweise gelang. Also die Grundlage des Berichtes ist eine thatsächliche; allein Sahal trägt den Sachverhalt in einer so zweidentigen, tendenziösen Weise vor, daß inan nur mit Mühe den wahren, geschichtlichen Kern der falschen Schale entnimmt. Ter Streit zwischen Pal. und Bab. zu Saadia's Zeit bestand nicht darin,, daß die Pal. einen ganz anderen Festtag feierten, wie die Bab.; sondern einen, u. z. den ersten Neujahrstag feierten sie gemeinschaftlich; nur feierten die Bab. auch den folgenden, d. h. den zweiten Neujahrstag nach der für alle außerpalästinensischen Länder bestehenden Norm, was die Pal. nicht thaten, bis auf die babylonische, genauer, die saadianische Partei in Pal., welche nach Art der Bab. auch den zweiten Neujahrstag feierten. Es mag dies einen harten Federkrieg gesetzt haben, da die Stock- Pal. nur ungern die fremde Autorität als die höhere ansehen mochten. Sahal drückt dies übertreibend durch ״gegenseitige Verketzerungen und Bannsprüche aus." Was den Schluß von Sahals Bericht betrifft, nämlich die Mittheilung, daß auch Baby- Ionier sich nach den Palästinensern gerichtet hätten, so wird derselbe zwar uicht unmittelbar durch rabbanitische Mittheilungen bestätigt; allein wir werden noch weiter Gelegenheit finden auszuführen, daß es wirklich unter den babylonischen Rabbaniten eine ״palästinisirende" Partei gegeben hat. Ueber die Mittheilung Sahal's, welche aus mehreren Responsen des Schaare Zedek sich erklären läßt, an einem anderen Orte. Wir fahren fort, ähnliche Beispiele karäischer Polemik anzuführen, um erst dann ein allgemeines Urtheil Überdieselbe zu fällen. In dem Verzeichnisse des Pinsker'schen Nachlasses (מוכיר לבני רשף Wien 1869) bemerken wir ip. 43, daß in einem Pentateuch- Commentare, der den Karäer Jehuda b. Elia oder Tobija Hamaatik zum Verfaffer hat,') sich folgenden Paffus finden soll: ') Pinsker selbst schien bei der Abfassung seines Cataloges Jehuda für den Autor gehalten zu haben, nach Lik. Kad. Beil. XI. jedoch, auf welche der Herausg. aufmerksam macht, iväre Tobija der Autor.

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