Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zur Geschichte der letzten geonäischen Zeit und zur Kritik der karäischen Propaganda
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 7)
- Language
- German
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358 Beitrüge zur Geschichte der letzten gaonäischen Zeit wird: בני בבל עושין ב׳ ימים טובים ,כא״י יום אחר כמצות התורה. In Bezug auf alle zweitägigen Festtage mit Ausschluß des Neujahrsfestes gilt dies noch bis auf den heutigen Tag, und verdient auch nicht als Differenz hervorgehoben zu werden, da selbst im Talmud Babli Beza 5 a den Palästinensern das Privilegium, den zweiten Festtag nicht feiern zu müssen, in einer ganz tadellosen Form bestätigt wird. Anders aber verhält es sich mit dem zweiten Neujahrstage. Hier machten Autoritäten vom Range Saadia's und Alsasi's geltend, daß heutzutage auch für die Palästinenser die Feier des zweiten Neujahrstages verbindlich sei, während R. Hai und Serachja Halewi zu Gunsten der alten, einlägigen Praxis sprachen. Dieser Streit bietet historisches Interesse, und wir wollen denselben verfolget:, zumal er unser Thema sehr nahe berührt. Vor Saadia haben die Palästinenser nur euren Neujahrstag gehalten. Nun behauptet Saadia in einem Respons an die Gemeinde von Kasza (einer Stadt unweit Kairuan), die niemals dieser Diff. gedenkt, selbst da nicht, wo wir es mit Recht erwartet hätten; endlich daraus, daß die Diff. über ,נשים ,אבלות ,קריאת שמע מועד פדיון בכור, u. s. w. im bunten Wirrwar einander folgen, was gar nicht möglich wäre, wenn der ordnungsliebende Lurja, dessen Motto im חכמת שלמר, das כן צריך להיות ist, irgend wie selbstständig'und nicht als bloßer Copist damit zu thun gehabt haben sollte. Auf eine gaonäische Responsensammlung als Quelle deutet der Umstand hin, daß in den 1ms> erhaltenen Sammlungen, am häufigsten im ״Schaare Zedek", dann in den ״Schaare Teschubah" (ed. Fischet), sich Gruppen von derartigen Diff. finden. Gehen wir zurück zu sehen, welche andere Autoren gleichfalls solcher Diff. gedenken: Estori Parchi im כפתור ופרח (Seite 51 der 6ä. V6U.) berichtet, daß er auch in anderen Quellen, als wie in dem ספר העמוד Diff. vorgefanden habe, darunter eine, die mit Nr. 37 bei Lurja überein stimmt. Jakob b. Ascher führt Tur Jore Dea Cp. 265 an. ובדברים שבין בני מורח ובני מערב, eine Diff. Nr. 17 bei Lurja. ספר האשכל (ed. Halberstadt S. 129) Sch. Z. III, 5, 10, ferner im Tur Orach Cp. 12? im Namen des בעל המנהיג eine Nr. 29 bei Lurja. Auch Ascheri führt Aboda Sarah Cp. III. zweimal aus הלכות שבין בני א״י ובני בבל eine Diff. an, die der 30. bei Lurja gleich ist. Aus der den Tosaphisten bekannten gaon. Resp.-Sammlung R. Joseph tob Elem's dürften die genannten Autoren kaum geschöpft haben, da Tosaphoth unsres Wissens niemals eine Diff. anführen. Es bleibt demnach nur die sehr reichhaltige Sammlung des N. Jehuda Barsilai übrig, welche von sümmtlichen hier genannten Autoren unmittelbar oder mittelbar benutzt wurde.