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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 8 · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 8
Article
Beiträge zur Geschichte der letzten geonäischen Zeit und zur Kritik der karäischen Propaganda
Date
1871-01-01
Page
Seite 357 (sequence 6)
Language
German
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und zur Kritik der karäischen Propaganda. 357 von, daß er in diesem Falle die Erdichtung gar zu weit hätte treiben müssen, da von einer verschiedenen Feier des Versöhnungstages weder bei rabbanitischen, noch bei karäischen Schriftstellern sich irgend eine Spur finden läßt. Und diese würden wohl nicht verfehlt haben, dieses Analogon zu dem Streite Ganraliel-Jehoschuah anzuführen. Es bleiben demnach nur die Wallfahrtsfeste und das Neujahrsfest tibrig, sämmtlich Feste, die in allen anßerpalästinensischen Ländern nach altem Brauche mindestens zrveitägig sind. Wäre nun Sahals Bencht buchstäblich wahr, dann müßte nian glauben, daß auch kein einziger von den beiden Tagen, welche voil den Babyloniern gefeiert wurden, mit dem zusammensiel, den die Palästinenser feierlich begingen; denn Sahal betont es ausdrücklich, daß die Babylonier den folgenden Tag feierten — ואנשי בבל עשאוהו ביום מחר —: und, wenn er auch früher uitbestimint יום אחר gesagt hatte, dann meinte er vielleicht den ״zweiten" unter den: ״anderen", oder für אחר muß מחר gelesen werden, was keine Schwierigkeit hat, da im karäischen Schrift-Charakter א und מ die ähnlichsten Buchstaben sind. Credat Judaeus Apella! Wir übrigen Juden setzen in Sahal nicht soviel Vertrauen und suchen nach anderen Quellen, um zu sehen, was an seinem Berichte wahr und was Tendenz ist. Wir bemerken in der Zusammenstellung der halachischen Differenzen zwischen Palästinensern und Babyloniern, welche sich bei Lurja hinter ים של שלמח zu Baba Kama') findet, daß unter Nr. 41 berichtet ') In dieser Monatss. 1869 S. 448 theilte Hr. vr. Groß mit, daß in der noch nngedruckten Hälfte des ארחות ח״ם Aaron Hakohens Difs. zwischen בני בבל und "בני אי angegeben werden, was übrigens schon Mardochai, der Zerausg. des ״Schaare Zedek" in einer Anm. zu III, 2, 12 mittheilt. Aus vr. Groß Hinweisungen auf Sch. Z. und anderen Judicien glaube ich schließen zu dürfen, daß die 34 ersten Diff. Lurja's mit den bei Aaron Hak. angeführten sich decken. Aber auch die übrigen 16 — Lurja zählt nämlich 50 Diff. auf — sind theilweise gut bezeugt, so daß ihre Richtigkeit nicht angezweifelt werden kann. Woher haben Beide geschöpft? Daß Lurja nicht aus den beiden Talmudcn, der Tosiphtha und den älteren und jüngeren Decisoren jene Diff. zusammengestcllt hat, wie der Herausgeber des ים של שלמר in der beliebten Manier, gleich den Mund voll zu nehmen, uns gern überreden niöchte, läßt sich zunächst daraus schließen, daß im Talmnd selbst bereits hervorgehobene Diff. wie z. B. die in Chulin 50 a oder Beza 12 a sich bei Lurja gar nicht finden, dann daraus, daß Lurja selbst

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