Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zur Sach- und Worterklärung des Buches Daniel
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
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zur Sach- und WorterMnmg des Buches Daniel. 339 tur haben sie aiech griechische Unsitten angenommen und haben ״Viele überredet, sprechend, lasset uns ein Bündniß mit den Völkern rings um uns schließen", und so fielen sie vom heiligen Bunde ab (I. Makkabüerb. 1, 11•—15). Die hellenische Bildung war für die jüdische Jugend die Verführerin zur Apostasie. Nicht so die Musterbilder Daniel und seine Gefährten Anania, Mischael und Asaria. Sie waren auch nemu(hrf.1ivot, in der fremden Cultur heimisch, und dennoch blieben sie den nationalen Sitten treu. und mochten uicht Speise und Trank von der Tafel des Königs genießen — weil das jüdische Gesetz es verbietet. Die Bildung erschütterte ihre Gesetzestreue nicht. Es ist keiir Zweifel, daß der Vers, unter ולשון כשרים die tTucäsia eÄtojvixij reflektiren lassen wollte. Eben so ist aufzufassen V. 7. Man gab den vier jiidischen Jünglingen chaldüische Namen: לדניאל בלטשאצר ולחנניה שדרך ולמישאל טישך ולעוריה עכר נגו. Dieser Zug ist gewiß nicht gleichgiiltig in der Erzählung, v. Lengerke's Bemerkung (Buch Daviel S. 23): ״Die Morgenländer pflegen besonders den Ausländerar andere Nanren beizulegen; oft favtb auch eine Aenderung des Namens statt bei Eintritt in die Dienste jemandes, bei der Erhebung zrr einer neuen Würde oder Veränderung eines Lebens- Verhältnisses", ich sage, diese Benrerkung ist für diesen ,Zug im Buche Dairiel gar nicht angebracht. Der Vers, hat, wie angenornnreir wird, rurter dem tragischen Schmerze einer drangvollen Zeit geschrieben, und er sollte Muße rrnd Besinnung gehabt haben, die Lokalfarbe des orientalischen Lebens bis auf diese Eigenheit künstlerisch wiederzirgeben? Man muß bei der Auslegung des Buches Daniel diesen Umstand stets im Auge behalten, daß der Vers, nicht in der Stimmung war, Nebendinge hineinzubringen, die nicht streng zu seiner Tendenz gehörten. Bei der Namensändernng ist wohl zu beachten, daß die Namen dein chaldäisehen Göttercnltns ott'.imimicii sind. Von Daniel heißt es ausdrncklich, daß ihm der Namen des Gottes beigelegt wurde (4, 5): 22*