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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 7 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 7
Article
Zwei interessante Briefe Mannheimer's
Date
1871-01-01
Page
Seite 333 (sequence 3)
Language
German
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Zwei interessante Briefe Mannheimers. 333 jungen 23jährigen Manne nicht zu verargen, der ans wahrhafter Ueberzeugung sich wehrte, nicht nur die eigene Existenz zu sichern, denn die hing von meinem Amte nicht ab, das mich weder ehrte, noch nährte, sondern nur der Wahrheit ein Reich zu gründen — das er von Tag zu Tag sah angefeindet. Wäre unter allen meinen Gegnern, die mich vor König und Vaterland als einen leichtsinnigen Menschen — als einen ״Gottesleugner" stempeln wollten, auch nur Einer gewesen, dem ich eine reine Absicht hätte zutrauen können — ich hätte gewiß den Streit ganz anders geführt — der übrigens erst in den letzten Jahren der uneinige ward. Anfangs war ich der willenlose Niemand, der ein großes Talent, dessen ich mich d am a l s rühmen konnte, was ich aber jetzt erst fühle, da es bereits verraucht ist — einem fremden Willen als Werkzeug verdingen mußte — nein, das wäre nicht der rechte Ausdruck, denn es wurde mir Nichts dafür gegeben — es war ein reines Opfer — das ich der Sache brachte — die ich damals noch in guten Händen wußte. Mein Trost ist, wenn ich die verlorenen Jahre überzähle, erstens daß ich Menschen und Gegenstände habe kennen gelernt, und zur Erfahrung gekommen bin — zweitens daß ich gewiß vorbereitend Manches Gute gewirkt habe — ich war der Sturm, der Ihnen voranzog — um die Jnertia zu überwinden — die Pflugschaar, die durch's Feld geht, schneidet auch wohl mitunter tiefer ein, als es Noth thut, aber das Feld ist doch urbar — und der Säemann darf nur das Seine thun — Er Hot Lohn und Segen. Gebe Gott Ihnen den Segen und das Gedeihen, und es wären auch meine Jahre nicht die verlornen. — Mein Nachfolger, von dessen rühmlichen Thaten mir noch kürzlich mein Bruder schrieb — hat gewiß weder im Guten noch im Bösen was zu verantworten. Aber ich bitte Sie, warum lassen Sie den Menschen noch inuner predigen? Der Folie bedürfen Sie wahrlich nicht — und einer solchen am wenigsten. Er bringt ja nur das Handwerk in Verruf. Ihre Ansichten über den Stand eines Seelsorgers, so wie das geistreiche Wort — ״er sey die Seele in der Gemeinde", haben mich entzückt — auch das ,יראת ח׳ היא אוצח — theile ich als Grundsatz wenigstens mit Ihnen. Seitdem ich hier bin, war jenes!nein Streben — und dieses mein ganzer Vorrath an Mitteln — und sie sind beide Gottlob nicht zu Schanden worden. Wir erfreuen uns hier noch immer des besten Fortganges, und haben nur zu bedauern, daß die äußere Stellung der Juden — ihrer innern Entwickelung und Bildung nicht entspreche.

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