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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 7 · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 7
Article
Zwei interessante Briefe Mannheimer's
Date
1871-01-01
Page
Seite 332 (sequence 2)
Language
German
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332 Zwei interessante Briefe Mannheimers. mein Bruder bereits die sonderbaren Fata desselben berichtet haben. So spät es mir auch zukam, war es mir stets willkommen — einmal als ein Zeichen Ihrer wohlwollenden Gesinnungen sür mich, und das; Sie den angebotenen Briefwechsel und Gedankenverkehr aufzunehmen geneigt wären, und dann als eine langersehnte Nachricht über Ihre Stellung und Ihre segensreiche Wirksamkeit in dortiger Gemeinde, über die ich alle weitere Nachrichten, ermangelte, in so fern ich die süßen begeisterten Lobsprüche und Benedeirmgen meines Bruders nicht dahin rechne. Er prickt nur immer von Ihren Predigten, und wie sehr sie ihm zum Herzen gehen, lieber die Gestaltung des dortigen Gottesdienstes und sonstiger Gemeindeeinrichtungen und Institute höre ich Nichts, da er außerhalb der Gemeinde steht — als Laie sich kein Urtheil zutraut, und auch ohnehin durch seine Herzensangelegenheiten, von denen Sie gewiß früher als ich in Kenntniß gesetzt wurden — auf eine Weise zerstreut und befangen ist, die ihn zu solchen Mittheilungen vor der Hand ungeschickt macht. Der Jüngere ist überhaupt leichterer Art und flüchtigeren Sinnes, so achtbar und brav er anch sonst in jeder Beziehung ist; und übrigens stehe ich mit Niemandem dort in Verbindung. Ich habe von der Stund an, da ich K. verließ — wie die Apostel den Staub von den Füßen geschüttelt, und wahrlich, ich that Recht daran, denn es war kein אדמת קודש und von dem עפר רגלי חכמיכם klebte auch nichts an den meinen. Uebrigeus kann ich dennoch nicht umhin, zu glauben, es habe sich der Geist dort um vieles geändert, — es kann das פריצות dort nnmöglich noch dasselbe sein — und auch der hochmüthige Sinn und Geist muß um Vieles verflogen sein. Zu meiner Zeit standen auf jeder Seite ein oder einige reiche Jnfallibles aus Stimmführer und Chorführer an der Spitze, denen die Parthey nachging — weder der gottselige רפ seinerseits — noch ich meinerseits konnten zur Gestaltung der Dinge etwas beitragen — wir wurden beide mitgezogen, bekamen unsere Weisungen und Vorschriften — die er willig und ohne eigenes Urtheil, schwachköpsig wie er war, sich sträubend und den Untergang prophezeiend — in Aus- Übung brachten. Ob ich zum Verfalle der dortigen Angelegenheiten was beigetragen habe, kann ich bis Dato selbst nicht entscheiden; — mein Fortgehen, so sehr es mir verargt wurde, war gewiß das gescheidteste von Allem; — gefehlt habe ich, in so fern ich mich von der Gegen- Partei zunr wüthenden Widerstande Hinreißen ließ, und wenn niir im Kampfe um eine heilige Angelegenheit manche Aeußerung entfuhr, die Zu hart war und zu scharf in den morschen Leib einschnitt, so war das dem

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