Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaimperiode
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 6)
- Language
- German
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31Ö Veranlassung, Zweck und Entwickelung der Kasachischen und In der Regel aber rühren sie von der Redaktion selbst her; nian sieht ihnen den Grifft ruid das Bewußtsein der redaktionellen Thätigkeit an. Wie dies zu erklären? Eine tonangebende Stimme nahm die Erssteinung znin Ausgangspnnkte oder sah in derselben die Bestätigung einer bleudenden Hypothese. Die Abweichungen setzen, so folgert man, unbedingt mehrere Mbfassungsorte fair die verschiedenen Theile resp. Traktate des babylonischen Talmud voraus. Unter diesen Orten, so fügt man näher bestimmend hinzu, nehmen die Hochschulen Sura und Pumbaditha die ersten Stellen ein (Frankel, Monatsschrift X, S. 250 ff.; Frankel-Graetz MonatSschr. I, S. 353; Mebo Hajeruschalmi 40 s). Der Werth der Hypothese an sich mag hier dahingestellt bleiben. Für uns kann äugenblicklich nur die Frage sein, in wie fern die itt Rede stehende Erscheinung zur Aufstellung der Hypothese berechtiget, bezw. dieselbe bestätigt. Beides muß entschieden verneint werden. Denn bei einem tiefem Eingehen in den Geist des babylonischen Talmud — hiermit soll der jerusalemische keineswegs ausgeschlossen werden — zeigt sich, daß in den verschiedenen Bestandtheilen unzähliger Diskussionen, nicht nur in ein und demselben Traktate, sondern auch in ein u n b b e r f e I b e u D i sc u s s i o n die grellste innere Disharmonie herrscht. Unter innerer Disharmonie verstehen wir durchaus nicht etiva solche logische Widersprüche, die Scharfsinn oder Pilpulistik wirklich oder scheinbar finden und heben könnte. Harmonisch ist eine solche Discussion, deren verschiedene Haupttheile zwar verschiedene Seiten und Gesichtspunkte eines Gegenstandes darstellen, die aber zusammen den Gegenstand im einheitlichen Gedankengange entwickeln. Gleichgültig bleibt es dann, ob ursprünglich die verschiedenen Gesichtspunkte von einer oder mehreren Schulen, nur von ver Redaktion zn einem inner» Ganzen vereinigt, herrühren. Wo aber die besprochenen Seiten nur zu einer äußerlichen Einheit zusammengefügt sind, innerlich aber zu einander in einein conträren oder contradictorischen Verhältnisse stehen, wo, mit anderen Worten, die einzelnen Bestandtheile einer Discussion auch verschiedene Standpunkte verrathen: da darf man keine Versöhnung suchen, die nicht in der Absicht der Redaktion liegt und liegen kann. Zu der Kategorie derartiger disharmo-