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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 6 · p. Seite 246

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 6
Article
Biblische Analekten
Date
1871-01-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Biblische Analekten. 5. 2 S am. 14, 13—15. Der Schreiber des 2. Buches Samuel verwendet überhaupt sehr viel Sorgfalt auf Reden und beweist, wie die Geschichtsschreibung bei den Israeliten etwa zu Salomo's Zeiten sich zur Kunst entfaltet hat. Die Rede der Thekoerin ist fast dramatisch zu nennen. Wie zart ist V^xs 9 der Gedanke ausgedrückt, daß der König durch etwaiges Zögern den Tod ihres angeblichen Sohnes verschulden würde, indem sie gerade das Gegentheil dessen sagt, was sie augedeutet haben will: Mich, mein Herr König, trifft dann die Schuld, und der König und sein Thron sind schuldlos." Als sie dann endlich durch artige Zudringlichkeit den König zum Schwur gebracht hat, daß ihrem Sohne kein Haar gekrümmt werden sollte, tritt sie mit der Anwendung auf das Verhältniß der beiden Königssöhne, Amnon und dessen Mörder Absalom, hervor. Die Analogie zwischen ihrem erdichteten Falle und dein der beiden Prinzen ist klar, dagegen aber ist והדיבר schwierig; noch schwieriger aber ist der logische Zusammenhang zwischen den Versen 13 und 14. Was hat die banale Phrase von der Bestimmung der Menschen zum Tode hier zu thun? und wie paßt die Vergleichung des Todes, d. h. der leiblichen Auflösung des Individuums, mit zur Erde rinnendem Wasser, das nicht aufgesammelt wird? Vergegenwärtige man sich jedoch einmal die Situation der Monarchie zur Zeit, als Abner, der Erstgeborene und berechtigte Thronerbev), getödtet und Absalom der nächstberechtigte 2) verbannt war! Wie nun, so fragte nran sich inr Volke, wenn der König jetzt stürbe? Werden nicht Erbstreitigkeiten und Anarchie die Auflösung des Staates herbeiführen? Und ist nicht ein in sein. *) Vgl. 2. Sam. 3, 2 fs. ’) Von Kileab wird Nichts weiter gehört, er muß also früh gestorben

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