Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / Grn.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensionen. 234 und Verbote nach einem vierfachen Gesichtspunkte, indem es zuerst die einzelnen Gesetze aufzählt und erklärt, dann den Grund derselben aufzuftnden sucht, hierauf auf die halachischen Einzelnheilen eingeht, endlich über das Geltungsbereich und die gesetzlichen Folgen der Vorschriften sich ausläßt. Man ermesse hieraus, was für ein reiches Material hier niedergelegt ist, und welchen hohen Anforderungen Herr Dr. 9t. gerecht zu werden hatte, um in dem oben bezSichneten Sinne seine Aufgabe zu lösen. Und dieser Pflicht hat er sich in einer höchst befriedigenden Weise entledigt. Auf die frühern Quellen überall zurückgehend, nie zu wenig, eher vielleicht mitunter etwas zu weit ausholend, hat er den jedenfalls richtigen Maaßstab für die Beirrtheilung gewonnen; das Werk hat nänrlich eine rein pädagogische und popirläre Tendenz, es will, den damaligen hohen, heutzutage fast unverständlichen Airsprüchen gemäß, Jüngern vor ihren Eintritt in den Kreis der talmudischen Jünger die elemeirtaren Vorkenntnisse des Talmuds beibringen, dairn auch Erwachsenen, denen tiefer gehende wissenschaftliche Bestrebungen fern lagen, leichtfaßliche Belehrung geben. Demgemäß zieht sich mit Recht der Hinweis aus die erwähnte Tendenz und die Befragung der früheren Autoren wie ein rother Faden durch die Arbeit des Herrn R. durch. Durch elftere erklärt er die ganze Anlage, die Eigenthümlichkeit und den an das Gemüth sich wendenden Tvir der Schrift. Von diesem Gesichtspunkte aus würdigt er auch die nicht unbedeutenden Mängel, z. B. daß der Vers., der sonst Maimonides sich zum Vorbilde gewählt, dessen einheitliche Gruppirung nicht befolgt, — daß er die 613 Gebote ganz nach des Maim. ספר המצות feststellt, selbst da, wo Nachmani schlagende Einwürfe entgegen hält, — daß er in der Behandlung der Eiuzelnheiten jedes Gebotes sich streng an die drei Meister: AlfSßi, Maimuni und Nachmani anlehnt, nicht auf die Primärquellen, den Talinud, Mechilta, Sifri u. s. 1v. zurückgeht, und selbst da, wo er talmud. Stellen anführt, sie dem AlfSßi entnimmt, — daß Manches selbst in den drei Vorbildern übersehen, ja Fehler begangen sind, ״die gegen die bekanntesten Stellen in Bibel und Talmud verstoßen und nur in einer gewissen Flüchtigkeit und Gedächtnißschwäche ihren Ursprung haben können" und dgl. mehr. Solche Ausstellungen erscheinen bei einem Buche der erwähnten, auf Wissenschaftlichkeit