Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / Grn.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenfionen. 283 Zeit, dessen Liebe und Hingebung zur Sache verdient insofern ebenfalls Anerkennung. Zu diesen Betrachtungen wurden wir geführt beim Dnrchlesen der vorliegenden, dem diesjährigen Jahresberichte des jüd.-theol. Seminars vorangehenden Arbeit, in welcher Herr vr. Rosin das der talmudischen Autorität R. Aaron Halevi, dein Verfasser des öeäekHsbsjilk zugeschriebene halach.-encyclopädische Werk 1WN,ספרר einer umfassenden, gründlichen Besprechung unterwirft. Herr vr. R. war sich von vornherein klar, daß das Buch, trotzdem es bei aller Vortrefflichkeit sich nicht den talmudischen Meisterwerken anreiht, dennoch nichts Geringeres beanspruche, als eine Vertiefung in das ganze riesenhafte halachische Material; er sagte sich, daß, wenn er dasselbe für sich allein ohne Beriicksichtigung seines Zusammen- Hanges mit den srühern tief eindringenden Arbeiten bespräche, er fast nur das bieten würde, was beim Lesen dem Kundigen sich von selbst aufdrängt. Was aber aus dem bloßen Lesen nicht gewonnen werden kann, das ist die Feststellung des richtigen Maaßstabes für die Beurtheilung des Werkes. Hieran hat es bisher gefehlt, und daher sind widersprechende Urtheile zu Tage getreten. Manche haben in dem Compendium der Gesetzeskunde ״die Originalität, die überzeugende Schärfe und die Sicherheit abschließender Forschung" vermißt, andere haben, geblendet durch den Glanz des an der Spitze stehenden Namens eines R. Aaron Halevi, den Aeußerungen des Autors die Bedeutung einer maaßgebenden Autorität beigelegt. Um den wahren Werth der Schrift zu bestimmen, um zu erkennen, welche von beiden Ansichten wahr, oder ob nicht gar beide ungerecht sind, dazu bedarf es mehr, als eines flüchtigen Studimn's; dazu bedarf es gewiffermaßen eiues Auflösens des Werkes in seine Atome, eines Zurückgehens auf die talmudischen Schriften früherer Zeit, einer Untersuchung, wieweit und woher das Dargebotene anderwärts entlehnt ist, einer Feststellung des Verhältnisses dieser Schrift zu den Arbeiten früherer oder zeitgenössischer talinudischer Größen. Und kann etwa das Urtheil über das ספר הוזינוך uns gleichgültig sein, bloß weil es an Bedeutung von manchen Werken überragt wird? Daß es trotzdein ein würdiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchunq bleibt, beweist schon sein reicher Inhalt. Nach der Zahl der Wochennbschnitte eingetheilt, bespricht es einzeln die 613 Ge-