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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 5 · p. Seite 226

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 5
Article
Fremder Sagenstoff in der Agada
Date
1871-01-01
Page
Seite 226 (sequence 4)
Language
German
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226 Fremder Sagenstoss in der Agada. Selten ist römische Mythe im Midrasch, da trotz Rom's Herrschaft der Osten fast ausschließlich unter dem Einflüsse griechischer Cultur blieb. Doch ist z. B. die Sage von Rom's Gründung zu finden, am reinsten in Esther rabba (jit 1/9), wo auch Romulus und Nemus, sowie die fäugcitbe Wölfin erwähnt werden, — sehr fremdartig gemengt 86hir haschirhn rabba (zu 1, G), wo vielleicht der Einfluß des Orients auf Rom angedeutet werden soll?) Aus folgender Erwägung ergiebt sich mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit, daß, wie Romulus und Remns, auch ihr mythologischer Vater, Mars der Kriegsgott, als Schutzgott der weltbezwingenden Stadt, in jüdischen Kreisen nicht unbeachtet blieb. Als typische Bezeichnung für Nom ist nämlich das unreinste und verabscheuteste Thier, das Schwein, ziemlich geläufig. R. Simon findet es unter den verbotenen unreinen Thieren schon durch Mose und in dem Psalmenverse ״Es zertritt ihn das Schwein vom Walde" (ip 80, 14) durch Asaph angedeutet (66nesis rabba 6. I,XV; Levit. r. c. XIII); wobei besonders das heuchlerische, gewaltthätige Wesen Rom's hervorgehoben wird. 2) In Anlehnung an den letzten Vers ist zuweilen von dem Walde, Dickicht — חוחשא — die Rede, als vorn Orte, wo Edom sein Wesen treibt, und deshalb wird in 31 ,68 //>) חית קנה) Edom gedeutet. ^) kannt wurde, beweist die Stelle im Xoran (Sure 18, v. 84), wo es von Dül-karnain, Alexander d. Gr., heißt: ״Als er den Ort erreichte, wo die Sonne nicdergeht, fand er, daß sie in einer warmen Quelle — עץ חמיח — untergehe." Merkwürdig ist, daß der sehr oft jüdische Sagen tradirende oder auch erfindende muhammedanische Kirchenvater La'b-alahbar dazu behauptet, von diesem Quell in der ״Thora" gelesen zu haben (Leiäarvi z. St.). — Auch der im 12. Jhdt. blühende persische Dichter Nizämi erwähnt in seiner Alexandereide den westlichen Sonnenteich mit Modificirungen. 9 Wenn man daselbst liest, daß Wasser des Euphrat nöthig war, um endlich dauerndes Material für die neu zu erbauende Stadt zu erlangen, iDirb man lebhaft an den bekannten Vers Iuvenal's (8at. III, 62) erinnert: Jam priclem Syrus in Tiberim defiuxit Orontcs. ף Vgl. Sachs, Beiträge Bo. II. S. 142 f. 3) Danach wäre auch der schwierige Saß zu erklären, mit dem shaba dem R. Papa die Frage beantwortet, wer mächtiger sei, der römische Kaiser oder der König von Persien: בחורשא קא אכיל ליה פוק חזי טיבעא דמאן סגי בעלמא (b. Schebuöt 5 b.). Denn weder die Erklärung Naschi's, noch die des N. Hai' Gaon (bei Aruch 8. v. 3 חרש) sind befriedigend, well nach

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