Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Targum zu Hiob
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 4)
- Language
- German
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Das Targum zu Hiob. 211 רוץ abzuleiten. — Auch vom Sprachgebrauchs seiner eigenen Zeit läßt er sich beeinflussen. 11 ,17) מורשי?יבבי) üb. er mit לוחי ל׳ (vom bekannten מריש Balken), 14 ,24) לאור) mit כי ,לרמשא (35, 15) als Vergleichungspartikel. — Fremdsprachlicher Einfluß ans seine Worterklürnngen muß vielleicht in folgenden zwei Fällen cmgettotnmett werden. 16 ,17) ברי) wird mit ״ טנדוselbander" üb., was nur erklärbar ist, wenn der Targumist ברו gelesen und an övm gedacht hat (ähnlich wie man אחהן, Levit. 20, 14 als ev את deutete). Wenn ferner 19 ,39) רעמה) mit תוקפא gegeben wird, so hatte er wahrscheinlich 00^1ף im Auge. Bei schwierigen Wörtern leistet unsere Version zuweilen der hebr. Lexikologie gute Dienste. Auf sie gestützt, können wir נמרצו (6, 25; 26, 3) mit ״süß sein" (— מלץ) übersetzen, das räthselhafte 16 ,36) אור u. a.) als ״Regen" erklären, 26 ,33) הרועה) niit ״Wohlwollen" geben. 4 ,13) אלל) hat bei ihm die auch im Talmud (Cholin 121 a) festgehaltene Bedeutung von ״losgeschältem Fleisch."') 2. Abweichungen vom m a s s o r e t h i s ch e n Texte. Die Verstöße unserer Version gegen den recipirten Text sind in unverhältnißniäßig großer Airzahl vorhanden und um so beachtenswerther, als sie gewiß nicht auf Unkenntniß znrückgeführt werden dürfen. Sie sind ein deutlicher Beweis dafür, wie schwankend damals noch der Text, sowol irr der Vokalisation als in den Consonanterr war. Andererseits bieten sie der Kritik zuverlässige Hilfsmittel zur Feststellrmg der ursprünglichen Leseart. Uebrigens läßt sich nicht verkennen, daß meisterrs Aehrrlichkeit der Buchstaben hinsichtlich der Corrsonarrten an deir verschiedenen Lesearten Schuld trug. So wechseln: ') Vielleicht ist die Auffassung deS 26 ,20) ירע) als ״ ישריwohnen" die richtigere. Wenigstens bietet das Neuarabische, rvelches in dieser Beziehung ja oft mit dem Hebräischen zusammentrifft, dafür eine Analogie, indem ein Bewohner des Zeltes ראעי אלביה genannt wird; und so spricht man von ״ ראעי אלגוף ,ראעי אלדארHans-, Höhlenbewohner. (Siehe Wallin in Zeitschrift der DMG. V S. 9.) 14*