Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Thier Reem in der Bibel
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
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198 Das Thier Reem (ראם) in der Bibel. gefährlichsten Versuchen, um seine Unabhängigkeit wieder zu 8rlangen, wenn es sie einmal verloren hat. Dieser charakteristische Zug wird auch vom Reem im Buch Hiob auf eine höchst poetische Weise geschildert (39, 9—12). Wird Dir das Reem dienen wollen oder an Deiner Krippe weilen? Vermagst Du das Reem an die Furche zu binden, oder wird es Thäler hinter Dir pflügen? Kannst Du Dich auf es verlassen, da es kräftig ist, und magst Du ihm Deinen Erwerb überlassen? Kannst Du ihm anvertrauen, daß es Deine Saat heimbringen, Deine Tenne sammeln wird? Kenntlicher kann die wilde Freiheitsliebe dieses Thieres nicht geschildert werden, und es ist kein Zweifel, daß diese Schilderung nur auf das Nennthier paßt. Bemerkenswerth ist auch noch der Umstand, daß das Reem hier als eine Art Rind angesehen wird, das wohl im Stande wäre, gleich dem Ochsen den Acker zu bestellen; aber seine Unbezähmbarkeit macht es untauglich dazu. Dieser Zug erinnert wieder an das Nennthier, das Cäsar im gallischen Kriege als ״Ochs mit e in er H i rs ch g est alt (bos eervi figara) beschreibt. In diesem Sinne parallelisiren die hebräischen Dichter des Reem mit dem Rinde (Jes. 34, 7, Ps. 29, 6): Gott ließ (im Erdbeben) den Libanon wie ein junges Rind und den Antilibanon wie ein junges Reem springen. Der Hörnerschmuck, die Größe, die Rindergestalt und vor Allem das Freiheitsgefühl des Reem setzten also die Einerleiheit desselben mit dem Nennthier außer Zweifel. Herr Barzilai erinnert auch, allerdings mit aller Vorsicht, welche bei Klangähnlichkeiten nothwendig ist, an die Aehnlichkeit des Lautes von Reem und Renne, er meint, daß auch der hebräische Name