Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Thier Reem in der Bibel
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Thier Recm (ראם) in der Bibel. 199 ראם von dem Geweihe von hoher Dimension entlehnt fei, und das Wort kenne soll, nach Olaus Magnus, der zuerst das Rennthier beschrieben hat, an rami, Verzweigung und Verästelung des Geweihes, erinnern: kenne. ״ sic dicta, quod in caput ferat alta cornua velut quasi quercinarum arborum ramos. Indessen mag die Etymologie des Namens ans sich beruhen. Auch die Ableitung des Namens ,,kenne^ K6b6n, keine" ist noch dunkel. Mit denr Verbrun rennen hängt es schwerlich zusammen. Das Neunthier hat demnach in den hohen Gebirgen Palästina's auf denr Libanon noch in der historischen Zeit gehaust, da die Dichter in Bileam's Reden und in Hiob davorr w i e von einem zu ihrer Zeit bekauntrer Wunderthier sprechen. Es sei noch einmal darall erinnert, daß, werrir das Neunthier zur Zeit Cäsar's noch in den Bergen Deutschlands heimisch war, es ebe!r so gut mehrere Jahrhunderte vorher in dem Schneegebirge Palästinas vorhanden sein konnte. — Dieses Resultat der Forschung des Herrn Barzilai kann daher als sicher angenommen werden. Seinen anderweitigen, damit verbundenen Hypothesen können wir nicht folgen, z. B. daß das Buch Hiob auf arabischem Boden entstanden sei, und daß es denr sechszehnten Jahrhunderte vor der gewöhnlichen Zeitrechnung allgehöre. Denn es ist gegenwärtig kritisch festgestellt, daß das Buch Hiob im Gegentheil aus dem israelitischen Geiste erzeugt und etwa im fiebeiueu Jahrhunderte ante gedichtet wurde.