Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Thier Reem in der Bibel
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829402-2829408-2865824--13421-2865842- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Das Thier Reem (ראם) in der Bibel. 195 Innern Afrika's (Dongola), Aethiopien und auch in Aegypten vorkommt. Allein bei näherer Vergleichung stimmen die von den Naturforschern an den weißen Antilopen wahrgenommenen Eigenschaften durchaus nicht mit denen, welche von dem Reem ׳ausgesagt werden. Von diesen charakteristischen Merkmalen geht Herr Barzilai aus, um zum Resultate zu gelangen, daß das Reem weder Ein- Horn, noch Büffel, noch weiße Gazelle, sondern nur Nennt h i e r sein kann. Um aber von vorne herein nicht mit der Unwahrscheinlichkeit dieser Annahme zu verstoßen, erinnert der Verfasser, daß die Geologen eine R e n n t h i e r p e r i o d e annehmen, d. h. durch paläontologische Funde ist es constatirt, daß in der vorhistorischen Zeit das Rennthier auch mindestens im südlichen Europa gehaust und erst nach und nach in Folge der zunehmenden Wärme sich in nördlichere Regionen zurückgezogen hat. Zu Julius Cäsar's Zeit, d. h. vor 19 Jahrhunderten war das Nennthier noch häufig im Schwarzwalde (Bellum gallicum VI. 27). Demgemäß kann es um mehrere Jahrhunderte rückwärts auch in Asien, speciell iir Palästina gehaust haben, allerdings nicht in den Thälern oder auf niedern Bergen, wohl aber auf dem Libanon, dessen gestreckter Rücken 8000 F. über dem Meeresspiegel liegt und dessen Gipfel nah an 12,000 F. in die Schneeregion hineinragen. Hier konnte das Rennthier, welches eine höhere Temparatur nicht ertragen kann, sein Schneebett und seine Eiskeller finden. Freilich bietet diese Lage nur erst die Vorbedingung und die Möglichkeit dazu, daß das Reem mit dem Renn identisch sein kann. Eine Vergleichung der an beiden wahrgenommenen Merkmalen giebt die Gewißheit der Jdentisication. Das Erste ist den H ör ne rn entnommen. ״Die Geweihe des Renüthiers zeigen eine charakteristische Eigenschaft, wodurch das Thier leicht erkannt wird. Der Hauptast, cylindrisch und klein von Umfang, hat zwei Lemerkenswerthe Verzweigungen, die eine, längere, welche eine Windung hat, endet in eine große iS*