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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 3 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 3
Article
Veranlassung, Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch-exegetischen Sammlungen während der Tannaim-Periode
Date
1871-01-01
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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halachisch-exegetischim Sammlungen während der Tannalm-Periode. 139 Die Aufgabe ist eine zweifache. Wir hätten zuerst darzuthun, wie und warum die Darstellung in Darke Hamischnah den Thatsachen nicht entspreche, und dann zweitens, -unter beständigem Hinblick auf die Quellen, die Entstehung der die Erscheinungen aus sich heraus erzeugenden und in denselben sich realisirenden Motive nachzuweisen. Doch der zugemessene Raum einer Zeitschrift gebietet die Umkehrung dieser Reihenfolge. Eine von positivem und gesichertem Standpunkte ausgehende Kritik hat viel vor derjenigen voraus, die sich erst einen solchen zu erobern hat. Während diese von jedem Schritte Rechenschaft geben muß, erfordert jene häusig nur eine rückblickende Vergleichung der bereits festgestellten mit den entsprechenden bestrittenen Punkten, um unaufhaltsam das Ziel zu verfolgen. Aus eben denselben Grunde, nämlich Raumersparniß, wird die Untersuchung sich in der Anführung und Besprechung beleuchtender oder begründender Citate aus den Quellen auf das Allernothwendiqste beschränken. Die meisten wichtigen Citate, so zahlreich sie auch sind, dürften wohl dem sich ernstlich mit dem betreffenden Literaturzweige Beschäftigenden in dein Grade gegenwärtig sein, daß er jedesmal in der Benutzung des einen oder andern derselben leicht das betreffende erkennen möchte. Das große, in Scherira's Sendschreiben zusammengetragene Material, wie die reichhaltige und systematisch geordnete Blumenlese ans den halachischen Partien in Darke Hamischnah haben die Uebersicht über die in den Quellen zerstreuten verwerthbaren literarhistorischen Bestandtheile ungemein erleichtert und so den sich hierfür Jnteressirenden mit den wichtigsten derselben vollkommen vertrant genracht. Jedenfalls aber ist ein abermaliges Lesen des eben erwähnten Sendschreibens und der einschlägigen Stellen in Darke Harnischnah, das, insofern es die letzteren betrifft, ohnehin die Würdigung des polemischen Theiles dieser Arbeit bedingt, im Stande, die abgeschwächte Einzelerinnerung rvieder aufzufrischen. Worauf wir aber ganz verzichten nrüssen, ist die eingehende Erörterung von rein halachischen Diskusionen zur Verwerthung ihres literarhistorischen Gehaltes, so reich auch der Geivinn unbedingt sein würde und weshalb dieser Factor eigentlich bei keiner auf breite Grmidlagen angelegten Untersuchung fehlen sollte; ein Umstand, der bis jetzt nicht häusig genug betont und noch weniger beherzigt wurde.

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