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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 2 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension] / L.
Date
1871-01-01
Page
Seite 89 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Recensionen. 89 Beifall und weite Verbreitung gefunden, wie nicht minder die lexikalischen Arbeiten von Gesenius, dem Repräsentanten der Halleschen Schule, die als Quelle für die hebr. Wortforschung auch die jüdische Tradition bezeichnete und deshalb die Werke der Rabbinen mit Fleiß benutzte, Anerkennung verdienen und finden. Ein bedeutenderes Lexikon neuerer Zeit liegt vor im Fürst'schen Handwörterbnche, das aber keineswegs das oben bezeichnete, zumal es ״für Lehranstalten, in denen hebräisch unterrichtet wird" geschrieben ist, entbehrlich macht. Im Gegentheil, es ist als eine anerkennenswerthe Erscheinung anzusehen, daß der Verfasser in dem vorliegenden Lexikon, wenn auch in aller Kürze und in einer für den Schulgebrauch ausreichenden Weise, die Resultate neurer Forschung in grammatikalischer wie lexikographischer Hinsicht benutzte, daß er den früher fast gänzlich vernachlässigten Punkt, die Erklärung der Eigennamen von Personeu und Ortschaften ausgenommen hat, daß er in ziemlich ausführlicher und genauer Weise Formen und grammatische Veränderungen bei verba und substantiva jedesmal gleich angegeben, so daß dem Schüler Gelegenheit geboten ist, gleichzeitig seine Kenntnisse in der hebr. Grammatik zu befestigen oder zu erweitern. Dagegen ist es, unserer Ansicht nach, ein großer Mangel vorliegenden Werkes, daß auf die Entwickelung der Bedeutung bei den verschiedenen Wörtern aus der jedesmaligen Grundbedeutitng zu wenig Rücksicht genommen wird, ein Mangel, der um so gewichtiger erscheint, als gerade bei einem Schulwörterbuchs diese analytische Entwickelung der Wortbedeutungen für den Ansänger Nothwendigkeit und Bedürfniß ist. So wird — um nur wenige Beispiele hier anzuführen — Keinem klar, der nnter אלמן das Wort ״ אלמנהWittwe" findet, daß dieses von ״ אלמbinden" (wovon ״ אלםd. Stumme"), also die ״Stumme, die keinen Vertreter hat", herkommt. — Bei אמה ist freilich richtig angegeben statt אמנה; aber warum wird denn nicht auch ״ אמנםwahrlich, sicherlich" von dem darin liegenden Stamm ״ אמןfest, sicher sein" hergeleitet? Warum wird der Stamm ״ אנהsich fügen, treffen" in dem abgeleiteten ״ האנהGelegenheit (nicht ״Vorwand"), oder das dem Worte ״ אניהKlage" zu Grunde liegende ״ אנןklagen" nicht angeführt? Welchen Zusammenhang haben die beiden Bedertnngen von ״ מאוהWunsch" und ״Grenze", wenn man sie

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