Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / L.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 1)
- Language
- German
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88 Recenflonen. Aecensionen. Hebräisch-deutsches Wörterbuch nebst Paradigmeu der svbst. und verba von Or. Cassel. Breslau 1871. Schletter'sche Buch- Handlung, Die früheste, wenn auch noch sehr unvollkommene, alttestamentliche Lexicographie beginnt ihre Geschichte etwa um dieselbe Zeit, in der die ersten Versuche in der hebr. Grammatik ihren Anfang nehmen. Saadia, der große Religionsphilosoph, hat zuerst das Hebräische in grammatischer Hinsicht wissenschaftlich zu behandeln versucht und zugleich ein hebr. Lexikon (Jggaron) geschrieben. Freilich ist diese letztere, auf der Anfangsstufe wissenschaftlicher Worterklärung stehende Leistung, welche das Richtige in der hebr. Spracherscheinung noch nicht erkannt, nicht gerade hoch anzuschlagen, aber immerhin doch von Bedeutung, denn sie war bahnbrechend und wirkte für die Folgezeit belehrend. So ging Men. b. Saruk, ״der erste hebr. Stylist" in seinem Machberet, einem selbstständigen hebr. Lexikon, auf Saadia zurück, den er in vieler Beziehnng berichtigte und ergänzte, weshalb er auch besonders wegen des darin sich kundgebenden feinen Sprachgefühls lange Zeit für die Bibelforscher maßgebend war, bis Jbn G'anach's arab. Lexikon, bekannt unter dem Namen Kitab al- Asswal, in dem er mit bewunderungswürdigem Takt und wahrer Wissenschaftlichkeit sehr viel zum Verständniß der Bibel beigetragen, die Werke seiner Vorgänger weit überstrahlte und auch jetzt noch in hohem Ansehen zu stehen verdient. Denn selbst D. Kimchi's ספר שרשים hat, so belehrend es auch war, dieses wissenschaftliche Werk G.'s, das aus dem Bedürfniß nach einer gesunden Bibelexegese hervorgegangen war, keineswegs verdrängt oder verdunkelt. So wie nun aber überhaupt die Kenntniß des Hebräischen von den jüdischen Gelehrten zu den christlichen gekommen war, so schlossen sich auch für die hebr. Worterklärung protestantische wie katholische Bibelausleger meist an die genannten lexikalischen Werke an. Joh. Buxtorf, der Vater, besaß eine große Belesenheit in den räbbinischen Werken und hat sich so durch eine zweckmäßige Methode in der Behandlung des Hebräischeu verdient gemacht. Seine lexikalischen Werke haben großen