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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 2 · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 2
Article
Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
Date
1871-01-01
Page
Seite 76 (sequence 18)
Language
German
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76 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. samkeit der Tanatm auf sich. Mau legte sich diese Erscheinung auf zwei verschiedene Weisen zurecht. Ein in den Quellen nicht genannter Tana! sah in derselben den Wink, daß eine spätere kompetente Behörde in Ausnahmsfällen, wenn die gegebenen Umstände es erheischten, die betreffende Halachah im Geiste der individuellen Ansicht entscheiden föutte. Ein anderer Tanai, den die Mischnah ausdrücklich nennt, R. Juda näinlich, fand in derselben Erscheinung einen anderen, im gewissen Sinne jenem entgegengesetzten Wink. Da die Synode, so folgert R. Juda, nicht erwarten konnte, daß die individuellen Ansichten sogleich, nachdem die synodalen Beschlüsse die gegnerischen Ansichten zu Norinen erhoben hatten, für immer aus dem Gedächtniß verschwinden werden; da man vielmehr gewärtig sein mußte und war, daß dieselben nach Verlauf von Zeit, von ihren Autoren losgelöst, als mit den normirten gleich berechtigt auftreten möchten: so habe man geglaubt, durch ihre Aufnahme in die Sammlung, aber unter ausdrücklicher Angabe ihres Ursprunges ihren etwaigen verderblichen Einfluß am wirksamsten unschädlich zu machen. Diese beiden entgegengesetzten Vermuthungen finden sich in den unzweideutigsten Worten in beiden Quellen. Wie aus der Tosephtha hervorgeht, hat man später in tanaitischen Schnlen die Vermuthung R. Juda's als die einzig richtige angesehen. Denn in den Quellen, aus denen der Sammler unserer Tosephtha geschöpft hat, kam diese Vermuthung in der allgemein gültigen Form (וחכ״א) vor. Der Mischnahredakteur hingegen war augenscheinlich ganz anderer Ansicht; N. Juda's Vermuthung fand bei ihm keinen Beifall. Er nahm daher die Vermuthung N. Juda's als eine indirekte in seine Sammlung auf. Mit Ausnahme der Reihenfolge reicht seine Mittheilung der zwei Vermuthungen, was Styl und Construktion betrifft, ab. In der Toseptha lautet die Einkleidung der ersten Vermuthung לעול□ הלבה כדברי המרובין; לא הוו־כרו רבתי יהחיר בין המרובין אלא שמא תצטרך עליהן שעה ויסמכו עליהן. Die Mischnahredaktion läßt die ersten vier Worte, die sich aus dem folgenden Satze leicht ergänzen lassen, weg und giebt den Sinn des zweiten Satzes folgendermaßen wieder שא□ יראה בית דין את דברי היחיד ויסמוך עליו. Ob diese Aenderung von der Redaktion selbstständig vorgenommen worden, oder ob hier die Fassung

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