Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 16)
- Language
- German
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74 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. העולם לא עמדו על דבריהן 121׳? Nein, auch in der Tosephtha haben wir es an dieser Stelle mit einer Interpolation zu thun. Die Veranlassung zu der Vermeintlichen Verbesserung in unserer Mischnah ist nicht schwer zu errathen. Die Einfügung der drei betrachtende Anmerkungen enthaltenden Mischnajoth (4, 5 und 6) in die fortlaufende Berichtenreihe der Differenzen aus den bewußten Schulen zerreißt scheinbar die Geschloffenheit der Gesamintgruppe. Man vermuthete hierin die Absicht, zwei innerlich verschiedene Gruppen, nämlich die der Differenzen der Schulhäupter selbst und die der aus deren Schulen hervorgegangenen, auch äußerlich zu scheiden. Nun meinte man auch, die erste Gruppe unterscheide sich'auch hinsichtlich dieses Punktes von der zweiten, daß alle ihre Differenzen von der Synode selbst entschieden worden. Man schob deshalb in die dritte Mischnah die Phrase לא ברברי וה ולא כדברי 1ה ein. Auf diese Weise kam der gedachte Passus nach der Mittheilung der Ansicht Schammai's in den Text hinein. Um nun consequent zu sein, fügte man ferner zwischeu וקיימו, das sich, wie erst nachgewiesen, natürlich auf die Autoren der Differenz bezieht, und אה דבריהם das Wort הכמים hinzu, welches Wort ursprünglich nicht stand und jetzt noch in der Tosephtha nicht vorkommt. Die Einfügung war darum consequent, weil der Zusammenhang des vorliegenden Textes dieselbe verlangt. Man kann diese Interpolationen eigenthümlich, ja wunderlich finden; befremdend sind sie nicht. Die völlige Dunkelheit, in die der Entstehnngsprozeß unseres Traktates gehüllt war, macht noch ärgere Verirrungen begreiflich. Und manche derartige Verirrung enthält die oben besprochene, übrigens in vieler Beziehung so ausgezeichnete Abhandlung Rapoport's. Ein arger Jrrthnm ist seine Vermuthung über die ursprüngliche Stelle, die die in Rede stehenden drei Mischnajoth in unserem Traktate gehabt haben sollen (vgl. oben), wie über ihren inneren Zusammenhang. Wie wir überzeugend nachgewiesen haben, hängt Mischnah 4 innig mit Mischnah 3 zusammen, nur daß jene nicht in der Synode wurzelt, sondern später, wohl viel später, als ethische Betrachtung von einem Tana! an diese Mischnah angehängt wurde. Daß die eingeschalteten Mischnajoth 5 und 6 nicht im Entferntesten in irgend welcher speciellen Beziehung zu irgend einem bestimmten