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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 2 · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 2
Article
Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
Date
1871-01-01
Page
Seite 72 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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72 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. mitgetheilt sind. Wenn man sonst, trotz der im Principe angenommenen Norm לעולם הלכה כב״ה (vgl. Chullin 43b und Parall.) aus Rücksicht für die bereits in's Leben eingedrungenen Differenzen, auch den schammaitischen Ansichten Gesetzeskraft einräumte (והרוצה לעשות כבית שמאי עושה ibid.); so verhinderte dies ja nicht, da, mo es durchaus nöthig aber auch möglich war, eine entschiedene selbstständige Entscheidung zu treffen. Allerdings werden solche Fälle, wo zwingende Griinde, verbunden mit günstigen Umständen, für ein energisches Durchgreifen, vorhanden waren, nur äußerst selten gewesen fein. Rücksichtlich der Differenzen der sonstigen vor oder gleichzeitig mit der Synode blühenden Tannaim läßt sich nicht einsehen, warum man die Anzahl der auf der Synode getroffenen Entscheidungen ebenfalls auf diejenigen beschränken sollte, bei denen die gedachte Phrase vorkommt. Vielmehr liegt die Vermuthung nahe, daß bei vielen Halachoth der Phrasenzusatz, im Laufe der Zeit verloren gegangen sei. Hierzu mag die mit dem Anfänge der Mischnahsammlung immer mehr in Gebrauch kommende kurze Norm והכ״א zur Bezeichnung einer, gegen bestehenden Ansichten getroffenen Entscheidung nicht wenig beigetragen haben. Während also die Anzahl der synodalen Entscheidungen nach dieser Seite sich nicht bestimmen läßt, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit die Anzahl der Entscheidungen hinsichtlich der ersten Differenzgattung auf diejenigen beschränken, bei denen der in Rede stehende Phrafenzusatz vorkommt. Und diese Zahl ist nun, wie es sich heraus gestellt hat, um eine Entscheidung vermindert. Hinsichtlich der indirekten Consequenz wäre also nichts weiter hinzuzufügen. Ganz anders verhält es sich aber mit der direkten. Die Behauptung, der Passus in unserer Mischnah והכ״א לא כדברי וכף sei eine Interpolation, dürfte bei einer oberflächlichen Vergleichung desselben mit der Parallelstelle in der Tosephtha auf Widerspruch stoßen. Auch die Tosephtha hat diesen Passus. Auf Grund dieser Vergleichung würde man in unserer Mischnah eher eine Emendation als nothwendig erachten, als Streichung des ganzen Paffus zugeben. Die Emendation wäre, nach אלא, mit Streichung des עד zu lesen }שלשת לוגין;מים 'שאובין פוסלי את המקוה מעשה וכד. Doch selbst wenn nicht nachgewiesen werden könnte, daß die Lesart der Tosephtha an sich verdächtig ist.

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