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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 2 · p. Seite 71

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 2
Article
Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
Date
1871-01-01
Page
Seite 71 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. 71 toren hervorheben, sondern jene den einen, diese den anderen in den Vordergrund treten läßt. Während die Mischnah den Gegensatz zwischen den Faktoren ganz unberücksichtigt läßt, legt die Tosephtha den größten Nachdruck auf denselben (ולמה הוזכרו שם מקומם ושם אומניהן וכו). Erst mit dem Verlegen dieses Faktums in die Zeit Hillel's werden Zusammenhang und Sinn der dritten Mischnah deutlich. Auch die Ortsangabe משער האשפות שכיה שלים begreift man nun. Will man an der bisherigen Auffassung festhalten, so ist nicht einzusehen, wie man sich diese Aufgabe historisch zurechtlegen könne. Zur Zeit der Synode wohnten wohl schwerlich Juden in Jerusalem. Und anzunehmen, die betreffenden Zeugen wären nach ihrem früheren: Wohnort bezeichnet, wäre eine etwas zu starke Zumuthung. An sich ist ein solcher Umstand zu geringfügig, um so lange im Gedächtniß aufbewahrt zu werden. Außerdem ist nicht leicht denkbar, daß man zur Bezeichnung des Standesgegensatzes kein andres Mittel gehabt hätte, als zu alten Erinnerungen seine Zuflucht zu nehmen. Aus dem eben Auseinandergesetzten ergeben sich ferner zwei Consequenzen, die eine direkt, die andere indirekt. Direkt, der in der dritten Mischnah vorkommende Paffus וחכ״א לא כהכהי זה ולא כדברי זה אלא ist eine sehr späte Interpolation. Es ist daher, dies folgt indirekt mit Nothwendigkeit, die außerordentlich kleine Anzahl Entscheidungen, die die Synode hinsichtlich der hillelitischen und schammaitischen Differenzen getroffen, um Eine vermindert. Wir halten nämlich dafür, daß unter den vielen in Edojoth vorkommenden Entscheidungen (. . . וחכ״א) der bestimmt vorsynodalen Differenzen nur diejenigen als gewiß von der Synode selbst herrührenden betrachtet werden können, die unter der Phrase וחכ״א לא כדברי זה ולא כרכר׳ זה אלא eingeführt sind. Hinsichtlich derjenigen Entscheidungen hingegen, denen schlechthin das stereotype וחכ״א vorhergeht, ist es nicht ausgemacht, selbst wenn die betreffende Differenz älter als die Synode ist, ob sie nicht erst später, während der Periode der Mischnahsammlung getroffen wurden. Was die Differenzen zwischen Schammai und Hillel betrifft, so steht der Annahme nicht das mindeste Bedenken im Wege, daß nur diejenigen mit aller Entschiedenheit gegen die von den Schulen stark vertretenen Ansichten von der Synode zum Abschluß gebracht worden, die unter der eben erwähnten Phrase

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