Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829402-2829405-2865623--13265-2865658- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einiges über Ursprung und Bedeutung 'des Traktates Edojoth. 69 Mischnah 3 ist nicht nur corrumpirt, sondern enthält auch eine spätere zweifache Interpolation. Vor ihrer Einreihung in die Edojoth- oder spätere Mischnahsammlung, ehe sie um eine Bemerkung von der Redaktion bereichert, und von Späteren aus Mißverständniß durch vermeintliche Verbessernrigen entstellt worden war, in der Zeit also, wo sie als überlieferte Halachah und nicht als Mis chnahp ar a graph bestand, lautete sie wie folgt: מלא הין מים (wahrscheinlicher הלל אומר (אמר תשעה (wahrscheinlicher שאובים פ ומלין המקור׳ ושמאי אומר (אמר קבים ער שבאו שני גרריים משער האשפות שבירושלים והעירו משום שמעיה ואבטליון שלשת לוגין מיס שאובים פוסלים המקור׳ וקיימו את דבריהם (nicht חכמים). Auf der Synode wurden, wie früher auseinandergesetzt, alle früheren Halachoth zu Protokoll genominen. Unter diesen kamen natürlich auch solche vor, die schon sehr früh ohne gerade eine Differenz zu bilden, einen Gegenstand der Diskusion ausgemacht und durch ausdrückliche Berufung eines Lehrers auf eine Tradition zur unbestrittenen Norm erhoben worden. Es gab ferner auch eine Gattung von Halachoth, die eine Zeit lang eine ernste Differenz gebildet, doch schon von den betreffenden Autoren selbst in Folge einer zufälligen Entdeckung ihres Jrrthumes, nach freiwilligem Aufgeben der bis dahin hartnäckig vertheidigten Ansicht einstimmend festgestellt worden war. Zur ersten Halachahgattung gehört z. B. die Kap. 8, Mischnah 4 mitgetheilte Halachah. Zur Zeit des R. Jose den Joeser war über den betreffenden Punkt Zweifel entstanden, den dieser Lehrer durch Berufnug auf eine alte Tradition (העיר) beseitigt. Dieser Vorgang, von der Ueberlieferung aufbewahrt, wurde auf der Synode in die Gesammtsammlung ausgenommen. Zur zweiter: Gattung gehört der in unserer Mischnah mitgetheilte Fall. Die gedachte Halachah bildete zwischen. Schammai und Hillel, denen die auf jene bezügliche Tradition unbekannt war, einen Differenzpunkt. Als sie jedoch, Schammai und Hillel nämlich, eines Tages von zwei glaubwürdigen Zeuge!:, die zufällig Weber vom Schutthore waren, die von Schemija und Abtalion überlieferte Tradition vernahmen, erhoben sie selbst (וקיימו) die von den Zeugen vernommene Halachah (את רבריהם) zur gesetzlichen Norm. Auch dieser Bericht, ebenfalls mündlich fortgepflanzt, wurde auf der Synode verzeichnet. Einige Punkte dieses, archaistisches Gepräge