Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 5)
- Language
- German
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Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. 63 nächst auf den Grundstock, den auf der Synode zusammengebrachten Stoff, angewandt wurde, braucht wohl kaum erst bemerkt zu werderi. Ebensowenig ist es nöthig, hervorzuheben, daß die in den Vorträgen an den vorhandenen Stoff angeknüpften Bemerkungen in derselben Weise an den, um uns so auszudrücken, Grundtext angereihet worden sütd. Insofern nun bei neu festgestellten oder ermittelten Halachoth die vorhandenen Bindemittel nicht ausreichten, wurden natürlich, nach devt einmal gegebenen Beispiele, neue Reihen ähnlicher Bindemittel gebildet. Wie in dein obeil besprochenen Redaktionsversuche des Textes die eine Hauptbedingung einer systenlatischen Sammlung sich bedeutend zu äußern anfängt, so sind auch m diesem allerdings sehr mangelhaften Ortentirungsversuche die Bildung und Entfaltung der zweiten Hauptbedingung sichtbar. Bei einem prüfenden Blicke über die uns vorliegende Mischnahsammlung überzeugt man sich sehr leicht, daß dieselbe, (und noch weniger oder selbst — je nachdenr — die umrißliche Mischnahsammlung N. Akiba's) nicht auf einmal gleichsam urplötzlich, ihre gegenwärtige abgerundete Gestalt erhalten hat. Vielmehr hat auch R. Akiba wie die anderen in seiner Richtung fortarbeitender! Tanatteu das eben besprochene Orientirungssystem innerhalb seines neu entrvorfenen Sammlungsplanes benutzt und zwar als nothwerrdigen Faktor benutzen müssen. In der letzten, am nreisten airsgebildeten Mischnahsammlung finden sich bedeutende Ueberreste von Reihen neugebildeter Bindernittel, denen rnan es beim erster! Blicke arrsehen kam!, daß sie den ursprünglichen nachgebildet und niit der Absicht nachgebildet sind, den! Gedächtnisse da, wo die bereits vorhandenen nicht ausreichten, zu Hülfe zu kommen. Zu solchen Ueberresten gehören die Mischnahgruppen, deren Bindeniittel die die Gemeinsamkeit oder Gegensätzlichkeit zweier Halachoth bezeichnenden Ausdrücke sind; wie z..B. אין בין (Megilla 1., M. 4 ff.), כשר בזה פסול בזה und בל מקום (Chulin 1., M. 5 ff.), בן תשעה ,כל ... כל (Tosephtha Niddah Kap. 6), כת יום כת שלש, (Niddah V., M. 3 ff.). Ueberhaupt enthalten die letzten Traktate der Ordnung Moad auffallend viele Elernente dieser älterer! Mischnahgruppirung. Indem wir uns Vorbehalten, an einem anderen Orte auf diesen Punkt zurückzukommen, bemerken wir hier nur, daß überall, wo die Ordnungsreihe einer Mischnah- Partie in auffallender Weise aus bunter! Elementen besteht, der