Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
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62 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. größten Mühe gelang, durften sie nicht von ihren Jüngern erwarten. Ohne Zweifel hatten die Synodalmitglieder, unl sich ihre Aufgabe nach dieser Seite hin zu erleichtern, Jedes in seiner Weise die sämmtlichen behandelten und zunr Abschlirß gebrachten, tvie die ursprünglich allgemein gültiger: Halachoth in großer Kiirze und Bündigkeit mit Weglassung aller Begründung gewissermaßelt redigirt. Ein solches stoffausscheidende Mittel karn dem Gedachtnisse ungenlein zu Hülfe. Wahrscheinlich verfahr nran auch hinsichtlich der schwankend gebliebenen Fragen, die die gänzliche Weglafsung der Motivirung unmöglich machten, ans ähnliche Weise. Man wird auch hier der möglichsten Kürze sich beflissen haben, indem man sich in der Motivirung auf das Unumgängliche beschränkte. Beide Vorsichtsmaßregeln, die vielleicht schon arrf der Synode selbst bei den Endbeschlüssen genoinmen wurden, haben, ohne sich dessen bewußt zu sein, indirekt später mit Bewnßseiir gemachten Versuchen vorgearbeitet. Mit anderen Worten: die aus der Synode nicht mit bestimmter Absicht versuchten Mittel, den vorhandenen Stoff kurz und bündig zu fassen, waren der Keim, aus dem sich später Mischnahsammlungen im eigentlichen Sinne des Wortes entwickelten. Indessen fehlte jetzt schlechterdings noch eine Hauptbedingung zur Aufstellung von orientirenden Vertheilungsgesichtspunkten, die, wenn auch nicht systematisch ausgebildet, irgendwie die Fortpflanzung des erhaltenen Stoffes sichern konnten. Um diesem in der Schule erwachten Bediirfnisse entgegenzukommen, sah inan sich ans verschiedenen Seiten nach Auskunstsmitteln nur. Die Einen knüpften an das auf der Synode erfundene Bindeirrittel an. Zu den Namen der Autoren oder Ueberlieferer fligte tnatt nun die Zahlairgabe der von diesen überlieferten Halachoth hinzu (העיד ארבעה וששה דברים). Andere nahmen in ihre:: Vorträgen Aehnlichkeits-Ausdrücke (למה מזכירין Edojoth I. M. 3 ff.). Andere rvieder Auffälligkeiten (ביה הלל הורו להורות כדברי בית שמאי; מקולי בית שמאי מהומרי ביה הלל, ibid. Kap. 4 und r>) in die inhaltlich verschiedeneir Halachoth als orientirende Bindernittel. Es versteht sich von selbst, daß die ans diese Weise von Eirrzelnen erfundeiren Bindemittel, ursprünglich vereinzelt angewandt, bald bei dem allgemein gefühlten Bedürfnisse zum Gemeingut geworden und so in sehr kurzer Zeit zu einem gewissen Orientirungssysteme vereinigt wurden. Daß dieses System zu-