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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 2 · p. Seite 58

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 2
Article
Die beiden Ben-Ascher und die Masora
Date
1871-01-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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58 Die beiden Ben-Ascher und die Masora. Saruk und dessen Jünger niemals den Namen Ben-Ascher nennen. Da Dunasch aus dem Morgenlande stammte und jüngerer Zeitgenosse des zweiten Ben-Ascher war, so kannte er dessen oder deren Bekenntniß. Es ist demnach den beiden rabbanitischen Autoritäten Maimuni und Mose Jsserles etwas Wunderliches passirt. Beide haben einen karäischen Codex zur Nectifikatiou der für die Rabbaniten bestimmten Pentateuch-Rollen benutzt. Würde Mose Jsserles hundert Dukaten für einen Auszug aus diesem Codex gegeben haben, wenn er gewußt hätte, daß er aus dem karäischen Kreise stammt? Ob der Codex von 1008, ebenfalls nach einem masoretischen Apparat Aaron Ben-Ascher's angelegt (o. S. 8), von und für einen Karäer geschrieben war, ist mir noch zweifelhaft. Das Ergebniß der Untersuchung ist demnach: 1) Daß es zwei Ben-Ascher gegeben hat, Vater und Sohn. 2) Daß weder der Eine, noch der Andere dein eilften Jahrhundert angehören, sondern daß der Vater einen Codex Ende des neunten Jahrhunderts geschrieben hat, und daß der Sohn, ein Zeitgenosse Saadia's, in der ersten Hälfte des zehnten Jh. lebte. '6) Daß Beide Karäer raareit,1) und daß nichts desto weniger Nabbaniten ihre Codices zur Rectification benutzt haben. י) Rabbiner David Oppenheim, welche die von Prof. Delitzsch zuerst veröffentlichte Partie des Ben-Ascher (o. S. 3) noch einmal abgedruckt hat (Maggid 1870, Nr. 46, S. 365), führt Beweise ans, daß Ben-Ascher kein Karäer gewesen sein könne, weil er sich Phrasen aus dem Sephcr Jezira und aus der agadischen Literatur bedient. Darauf ist zu entgegnen: 1) Daß der Sepher Jezira confessionslos ist. 2) Daß auch Anan sich talmudischer Termini bedient hat, und 8) daß Oppenheimer's Parallelen nicht schlagend sind. — Man erwäge noch, daß die Karäer v vr Saadia nicht so giftig gegen ihre Gegner waren und daher deren Schriften ohne Skrupel lasen und benutzten, wie B c n j a m i n N a h a w e n d i und N i s s i b. N o a ch.

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