Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die beiden Ben-Ascher und die Masora
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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54 Die beiden Ben-Ascher und die Masora. so muß in dieser Zeit Jerusalem und diesem Codex Gefahr gedroht haben. Wir brauchen nicht lange zu suchen. Es war die Zeit des fanatischen oder vielmehr wahnsinnigen fatiinidischen Chalifen Hakim Biamar-Jllahi, welcher die Grabes-Kirche in Jerusalem zerstören ließ. Da er eben so ein Feind der Juden wie der Christen war, so hat er auch gegen die Synagogen Jerusalems gewüthet. Die Zeit, in der Hakim diese Zerstörnngssucht an Cultusstätten übte, wird von den meisten Historikern 1010 gesetzt, Andere setzen sie noch früher. In dieser Zeit also, in welcher die beiden Enkel Anan's, die Fürsten Josia und Jechiskija, noch gelebt haben können, müssen wir uns die Uebersiedelung des Codex-Aleppo von Jerusalem nach Kairo denken.*) Er muß später in rabbanitische Hände gekommen sein. Diesen Codex, der nach Aaron Ben-Ascher's correcten Texten copirt war, scheint Maimuni consultirt zu haben. Auf ihn paßt die Angabe recht gut: er war mehrere Jahre in Jerusalein und wurde nach Aegypten gebracht. Denn die erste Notiz im Eingange soll lauten: קדש לה׳ על ישראל הרבנים השוכנים בעיר הקרש. Daß diese Notiz nicht vom Schreiber des Codex herrührt, sondern später hinzugefügt wurde, leuchtet von selbst ein, obwohl Sapir uns darüber im Dunkeln läßt. Es kann kein Zweifel obwalten, daß dieser Codex-Aleppo, der im zehnten Jahrhundert geschrieben und im Anfang des eilften nach Kairo kam — und der von Mose Ben-Ascher vom Jahre 895 für und von Karäern angefertigt wurde. Diese Betrachtung führt uns dahin, das Glaubensbekenntniß der beide!: ') Sapir setzt cs (bnf. p. 18 b) zur Zeit der Eroberung Jerusalems durch Saladin, bei welcher Gelegenheit die heilige Stadt verheert worden sein soll. Dem ist aber nicht so. Die Christen räumten damals die Stadt friedlich, und es ist dabei keinerlei Zerstörung vorgekommen. Am wenigsten drohte den Juden damals von Seiten des humanen Saladin irgend eine Gefahr.