Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die beiden Ben-Ascher und die Masora
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829402-2829405-2865622--13245-2865640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die beiden Ben-Ascher und die Masora. 51 Bibel von 1517). In der Luzzatto'schen Handschrift fehlt zwar der Pasins (wie Dukes bemerkt); aber in derselben fehlt über- Haupt der ganze Schluß; sie ist defekt. Aus dem Codex von 1008 citirt Pinsker Notizen über abweichende Accentuation mancher Verse von diesem Pinehas (Likute p. 31, 32, auch p. 29) und zwar entgegengesetzt מחזורה רובה und פנחס ראש ישיבה, außerdem noch בעלי טבריה. In demselben Codex von 1008 wird auch eine Accent-Variante zu Spr. 20, 11, auf diesen Pinehas zurückgeführt: לרב פנחס ראש הישיבה: גם במעלליו יתנכר גער. Varianten von בן נפתלי werden ebenfalls in demselben notirt. Diese masoretischen Arbeiten von Pinehas und den Tiberienfern brachten die beiden Ben-Ascher in Vergessenheit. Ihre Bibel-Codices mit masoretischen Angaben, kurzen am Rande (kleine Masora) unb längere oben und unten (große Masora), verdrängten durch ihre Autorität alles Borangegangene. Diese Bibel-Codices führten von ihrem großen Umfange beu Namen ChcI eit oder große Cp c len (מחוזר oder מחזזרא רובה auf מצחף vergl. o. S. 4, 6, 8), was Pinsker richtig erkannt hat (Einleit, in babyl. Punkt, p. 122 Suite). Außerdem legten sie besondere masoretische Zusammenstellungen an, welche von ihren Anfangsworten ntindestens vom I I. Jahrh. an ספר אכלה זאכלח genannt wurden; dieses sind die ספרים, welche citirt werden (o. S. 8). Es gab also mindestens schoit im zehnten Jahrhundert dreierlei masoretische Apparate: I) klasora parva, 2) Uasora magna zu den Bibel-Codice's (מחזזרא רובה) unb 3) eine selbstständige Sammlung masoretischer Erscheinungen. In Jerusalem legte man Gewicht darauf, Bibel von den Ben-Ascher oder nach ihrem Muster zu besitzen; solchergestalt erlangten diese allgemeine Autorität. Während durch die Thätigkeit Mose Ben-Aschers die Masora so ziemlich seit Ende des 9. Jahrhunderts denk Abschluß nahe kam, herrschte in anderen Kreisen die Fluktuation fort. Wir besitzen ein Zeugniß von einem babplonischen Gaon Z e »t a ch, einem Zeitgenossen ben Ascher's des älteren, welches aussagt, daß in rabbinitischen Kreisen 4*