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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 12 · p. Seite 571

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 12
Article
Das Verhältnis R. Jochanan b. Sakkai's zum Hillel'schen Patriarchenhause
Date
1870-01-01
Page
Seite 571 (sequence 4)
Language
German
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zum Hillel'schcn Patriarchenhausc. 571 dem Hause Gamaliel zeigen mitunter eine peinliche Empfindlichkeit bei der geringsten Antastung ihres Ansehens als Nässt. Dieser Umstand findet im Zusammenhalte mit dem bisher Gesagten im Folgenden seine Erklärung. Nach unserer Hypothese wurde die Nassiwürde, als deren äußeres Abzeichen die שושילחא galt, den! Hause Gamaliel's abgenommen und N'Joch. iibertragen. Hätte Dieser männliche Nachkommenschaft gehabt, auf welcher der Geist des Vaters ruhte, so wäre die Nassiwürde sicherlich auf dessen Nachkommen übergegangen und diese Würde vielleicht in seinen Hause erblich geworden. Allein dieser hatte allem Anscheine nach keinen zur Nassiwürde würdigen Sohn. Im 14. Abschnitte der Abot d. R'Nathan wird erzählt, daß R'Joch. einen Sohn hatte, auf welchenr der Geist des Vaters zu ruhen schien, allein dieser starb, wie dort erzählt wird, im reifen Alter. Von einem andern Sohn desselben ist meines Wissens in Mischna und Talmud keine Rede. Es lag aber in der Natur der Sache, daß bei dem Mangel eines zur Nassiwürde würdigen Sohnes von Seiten des R'Joch., einer von dessen an Geist, Kenntnissen und Charakter hervorragenden Schülern zur Nassiwürde gelangen sollte,' oder wenigstens gerechte Hoffnung ans dieselbe in sich tragen konnte. — Als die hervorragendsten und vorzüglichsten Jiinger desselben galten R'Elieser und R'Josua. R'EIieser hatte also als der vorzüglichste Jünger ein gewissermaßen begründetes Anrecht auf die dem Hause Gamaliel's abgenommene Würde. Dieser durfte um so mehr auf Erlangung der Würde seines Lehrers urib Meisters rechnen, da dessen Frau Jmma Schalom die Schwester N'Gamaliel's war, dieser somit ein Familienglied des Patriarchen- Hauses war und demgemäß die auf ihn etwa übergegangene Nassiwürde in der Dawidischen Familie verblieb. R'Elieser war nach allen talmudischen Nachrichten ein Mann von sehr entschiedenem, heftigem Charakter, und so war auch der Charakter seiner Opposition. Er war nicht nur ein שמוחי, ein Anhänger des שמאי in Bezug auf die Lehrmethode des religiös-traditionellen Stoffes, wie der Herausgeber dieser Zeitschrift in seiner Geschichte nachwies, sondern er war auch ein Schamuti in seiner ganzen Lebensanschauung, in seinem Verhalten gegen die Außenwelt und seine nächste Umgebung; mit einem Worte er war ein קפדן כשמאי (empfindlich und heftig wie Schamma'i).

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