Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Verhältnis R. Jochanan b. Sakkai's zum Hillel'schen Patriarchenhause
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 569 (sequence 2)
- Language
- German
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zum Hillel'schen Patriarchenhausc. 569 lich bei der gemäßigten, bei dem Kern der Bürgerschaft benutzt, sie für den Widerstand zu׳ entflammen. Ein Nässt ans dieser politisch so stark compromittirten Familie mußte, so sollte man denken, den römischen Machthabern eine persona ingratissima gewesen sein. Der Hauptpunkt der Bitte: die Erhaltung der Jamnensischen Schule, konnte nach menschlicher Einsicht und Berechnung scheitern und abgeschlagen werden, wenn die Bitte um Erhaltung oder Erhöhung eines in dem Maße cvmpromittirten Hauses damit in Verbindung gebracht werden sollte. Und daran sollte der unlsichtige Rabbi Joch, nicht gedacht haben? Fast möchten wir nach der vulgären Erklärung, die auf den Theil der Bitte שושילתא דר״ג die Worte des R'Joseph (das.) anwenden: משיב. חכמים אחור ודעתם יסכל. Eine Erklärung also, die dem Sinne nach gerade das Gegentheil von der gewöhnlichen besagt, hat schon von vorn herein etwas fiir sich, und eine solche will ich hier zu begründen suchen. Die Geschichte aller Zeiten uud Himmelsstriche lehrt, daß es stets Brauch war, daß hohe uud höchste Würdenträger eines Volkes ein äußeres Abzeichen (Emblem) ihrer Würde in und außer dem Dienste trugen. Wir gewahren diese Sitte sowohl bei Völkern und Staaten, die in den Anfängen der Cultur standen, als auch bei solchen, die schon eine hohe Stufe desselben erstiegen hatten, sowohl bei denen, die in der monarchischen, als auch bei denen, die in der republikanischen Staatsform lebten. Diese Einrichtung ist so tief in der menschlichen Natur begriindet, daß wir deren Vorhandensein auch bei eurem Mangel an speciellen geschichtlichen Nachrichten voraussetzen dürfen. Wir glauben also annehmen zu dürfen, daß der Nässt als einer der höchsten Würdeträger in seinem Volke ebenfalls ein äußeres Abzeichen seiner Würde hatte, und dieses war eine שושילתא, eine Kette, ähnlich den wrgues oder cateliae bei den Römern für verdienstvolle Krieger. — Daß übrigens die hohen Würdenträger, namentlich diejenigen, die die höchsten Spitzen des Volkes in damaliger Zeit repräsentiren, nicht ohne alle äußere Abzeichen ihrer Würde waren, ist aus einer Stelle in Traktat Horajot (13 b) zu entnehmen. Bei dem Streite des רבי מאיר und רבי 1m gegen den Nassi רש״בג sprach dieser letztere zu dem eine Aussöhnung suchenden 1m רבי die Worte: נהי דאהני לך קמרא