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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 12 · p. Seite 535

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 12
Article
Biographie Agrippa's II.
Date
1870-01-01
Page
Seite 535 (sequence 7)
Language
German
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Biographie Agrippa'sH. 535 ducäer und ein ganz roher Mensch war, war für Agrippa kein Hinderungsgrund seiner Ernennung. Er benutzte die Zeit, in der kein exekutiver Faktor der Criminalgewalt im Lande vorhanden war, einen messianischen Schwärmer, Jacob, den Bruder des Jesus von Nazareth, den Vorsteher der neuen judenchristlichen Gemeinde zu Jerusalem, ohne ordentliches gerichtliches Verfahren steinigen zu lassen. Die Familie, der Anan angehörte, hat überhaupt durch die stete Verfolgung der neu entstehenden Christengemeinden eine zweideutige Berühmtheit erlangt. Sie fühlten sich, wie die Apostelgeschichte angiebt, durch die von den Aposteln verbreitete pharisäische Lehre von der Unsterblichkeit und Auferstehung, die dem Lehrgebäude des Sadducäismus zuwider lief, schwer gravirt. Ein Hohepriester Ananias H war der Urheber einer Agitation gegen den Heidenapostel Saulus von Tarsus. Alle seine Anstrengungen, eine Verurtheilung des Letzteren herbeizuführen, waren erfolglos; denn Saulus berief sich mit Recht auf sein römisches Bürgerrecht, nach welchem er nur denr Kaiser zur Rechenschaft verpflichtet war. Trotzdem behielt ihn der Landpfleger Felix über zwei Jahre in Haft, in der Hoffnung, auch bei dieser Gelegenheit Geld erpressen zu können. Als er sich aber hierin getäuscht sah, überließ er die Ordnung der Angelegenheit seinem Nachfolger Festus. Dieser konnte trotz häufiger Verhöre über die Anklagesache nicht zur Klarheit gelangen und beschloß endlich mit Zustimmung Agrippa's, dem der Angeklagte bei seiner Anwesenheit in Cäsarea ebenfalls vorgeführt wurde, und der auf des Saulus Vertheidigungsrede sogar geäußert haben soll: 2) sv oUym ns neCi)-et.g Xqiffnavdv yevsatJm, Saulus nach Rom zum Kaiser zu schicken. ף י) Wahrscheinlich der Vater unseres Anan (?) J) Apostelgesch. 26, 28. *) Die Scheidung des Wahren und Falschen in dieser mit großer Ausführlichkeit erzählten Untcrsuchungssache (Apostelgesch. Kap. 21—28) ist. um so schwerer, als sonstige Quellen darüber nicht vorhanden sind.

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